Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Freitag, 28. November 2008

Lifeboatdrill

In Vorbereitung für unsere Überfahrt nach Teneriffa Mitte Dezember sind die zweiwöchigen Firedrills in wöchentlich Lifeboatdrills umfunktioniert worden. Auch wenn wir alle hoffen, dass das Schiff nie evakuiert werden muss, kommt man ums Trainig nicht herum:wo finde ich eine Schwimmweste,wer muss sich wo und wann bei wem melden,... Bei unserem ersten Lifeboattraining heute hat einiges schon noch für etwas Verwirrung gesorgt,aber kommende Woche ist ja schon die nächste Übung, da klappt sicher alles viel besser :-)



Nachdem wir dann alle unsere Musterstation gefunden haben, war es genauso "unterhaltsam" wie die gewohnten Firedrills am Dock :-)

Abschiesbesuch der Präsidentin

Gestern war die liberianische Präsidentin zu Besuch auf dem Schiff, um sich für unseren Einsatz zu bedanken und uns offiziel zu verabschieden.
Da ich Spätschicht hatte, hab ich von dem Besuch "nur" die ganzen Sicherheitsvorkehrungen mitbekommen - das war sehr interessant :-) Ich glaube die Africa Mercy war während dieser Zeit der sicherste Platz der Welt!

So ist nicht zu ignorieren,dass der Abschiedscountdown in jeglicher Hinsicht voll am Laufen ist!

Mittwoch, 19. November 2008

Krieg oder Frieden?

Der Kommandeur der UNMIL (United Mission in Liberia) Leutnant General Abu Tayed Muhammed Zahirul Alam gab vor wenigen Tagen bekannt, dass einige der UN Truppen an die Grenze zur Elfenbeinküste verlegt wurden. Es gab in den letzten Wochen Gerüchte, dass Rebellen über die Grenze nach Liberia kommen und in diesen Gebieten für Unruhe sorgen. Nicht nur die Liberianer beunruhigen solche Berichte, denn der Krieg 1992 fing ebenso an. Damals kam Charles Taylor mit seinen Rebellengruppen von der Elfenbeinküste nach Liberia und zog durch das ganze Land in Richtung Hauptstadt Monrovia. Dieser Krieg kostete 250 000 Menschen das Leben. Charles Taylor steht momentan vor dem internationalen Gericht in Den Haag, aber es gibt immer noch einige Liberianer die ihn als Retter des Landes sehen und auf seine Rückkehr hoffen, so wie man es auf diesem Schild sieht, das Freunde von mir in einem Vorort von Monrovia fanden:Momentan ist noch nicht klar um was für Rebellengruppen es sich handelt, doch da die UN Truppen an die Grenze versetzt wurden, scheint es etwas ernstes zu sein.

Mittwoch, 12. November 2008

Endspurt

Unser Einsatz hier in Liberia neigt sich langsam dem Ende zu. In zwei Wochen werden die OPs geschlossen und bis in drei Wochen werden wir die Stationen leer haben. Zur Zeit werden nur noch kleine Operationen durchgeführt, bei denen kaum Komplikationen erwartet werden und die Patienten zügig entlassen werden können. Z.Bsp. haben wir viele kleine Kinder mit Lippenspalten, die geschlossen werden.

Es herrscht momentan eine Mischung aus Vorfreude auf den Weihnachtsurlaub, aber auch "Wehmut", weil das Einsatzende immer näher rückt.So planen wir nebenher gerade sehr viele Abschiedsparties. Zum einen von den einheimischen Übersetztern, zu denen sich durch die enge Zusammenarbeit viele Freunschaften entwickwelt haben und zum anderen innerhalb der Schiffscrew.Für sehr viele geht die Zeit hier vor der Überfahrt nach Teneriffa zu Ende, die Besatzung wird von derzeit 450 Personen auf ca. 200 reduziert.

Sonntag, 2. November 2008

Einkaufen in Monrovia

Heute morgen war ich mit einingen anderen Krankenschwestern zum Einkaufen in der Stadt unterwegs. Das ist immer interessant und spannend :-)
Nach dem Kriegsende vor vier Jahren versuchte die Regierung die Rebellen zu entwaffnen, in dem sie ihnen eine Schubkarre im Austausch zu ihren Waffen gab. Das Ergebnis ist nicht zu übersehen, in der Stadt wimmelt es nun nur so von Menschen, die mit Schubkarren unterwegs sind. Die Auswahl ist im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt, es gibt nichts, was man von diesen "fliegenden Händlern" nicht kaufen kann.Hier ein paar Bilder:

Die Schubkarren sind übrigends vielseitig verwendbar:sie dienen manchmal auch als bequemer Rastplatz, mitten auf einer Verkehrsinsel :-))

P.S. Unsere Wassersituation verbessert sich langsam. Seit drei Tagen bekommen wir - mit Unterbrechungen - frisches Wasser.