Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Mittwoch, 26. August 2009

Wellengang im Hafen

Seit vier Tagen haben wir hier im Hafen von Cotonou "Besuch" von einem Dredger (Baggerschiff).

Das wäre ja an sich nichts Spektakuläres, denn in einem Hafen kommen nun mal Schiffe an :-), aber in diesem Fall hat es ziemlich Konsequenzen: der Bagger ist 24-Stunden dran, das Hafenbecken um uns herum auszuheben.Die dabei entstehenden Wellen bringen die Africa Mercy im Moment recht heftig zum Schaukeln.
Mit Humor kommt man recht weit, wenn man am Schreibtisch sitzt und ständig der Stuhl wegrollt oder wenn man abends gemütlich in den Schlaf geschaukelt wird. Doch bei einigen hat dieser Wellengang die Seekrankheit ausgelöst und so haben sich heute sechs Krankenschwestern zur Spätschicht und drei zur Nachtwache krank gemeldet, was beinahe einer kompletten Schichtbesetzung entspricht.

So hoffen wir alle sehr, dass der Dredger bald mit seiner Arbeit fertig ist und wir wieder ein etwas ruhigeres Leben führen können :-)

Mittwoch, 19. August 2009

Bürogrüsse

Die "Zentrale" ,von der aus ich mich die letzten Wochen mehr und mehr in die neuen Aufgaben eingearbeitet habe, ist ein "6-Quadratmeter -Luxusbüro"( für mich alleine :-)).Unter der Woche geht es recht kunterbunt zu : die Tür steht offen, immer mal wieder spaziert ein kleiner Patient vorbei, kommen die Kollegen,... , so dass ich es auch schätze, am Abend oder Wochenende noch manches in Ruhe erledigen zu können. Es ist interessant, abwechslungsreich und spannend. Oft raucht abends der Kopf, es gilt vieles zu bedenken, zu überlegen, zu entscheiden,... .





Freitag, 14. August 2009

Palliativ Care

In meiner neuen Funktion lerne ich zur Zeit einige Arbeitsbereiche näher kennen.So treffe ich mich jede Woche ein Mal mit dem "Palliative-Care-Team".Sie kümmern sich um Patienten, denen wir mit einer Operation nicht mehr weiterhelfen können.Es ist eine grosse Herausforderung, neben der regelmässigen Verabreichung von Schmerzmitteln, Verbandswechseln,... den Menschen mit Zuhören und Gesprächen zu begegnen.Leid, Sterben und der bevorstehende Tod sind keine abstrakten Diskussionsthemen, sondern sie gehören zu individuellen Gesichtern und persönlichen Lebensgeschichten.

Beim letzten Treffen erzählten meine Kollegen z. Bsp. von dieser Frau,deren Tumor bereits grösser ist als ihr Kopf.

Ich bin sehr froh,dass wir an diesem Punkt, wo die Begrenzung unserer menschlichen Hilfsmöglichkeiten nicht zu ignorieren ist, durch den Glauben an die Bibel selber Hoffnung und Kraft schöpfen können und diese auch weitergeben dürfen!


Bild von dieser Patientin: