Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Freitag, 20. November 2009

eine unserer Patientinnen vom letzten OP-Tag

Am Freitag stand Anicette auf unserem letzten OP-Plan hier.
Ihre Mutter brachte sie im August zum ersten Mal aufs Schiff, als Anicette 8 Wochen alt war. Sie wurde mit einer Lippen-, und Kieferspalte geboren. Da sie mit der Kieferspalte nicht saugen kann, konnte Anicettes Mutter sie nicht stillen und die Kleine wog gerade mal 2000g.
Wir haben sie in unser Children-Feeding-Program aufgenommen und während den letzten Monaten war es ein auf und ab mit ihrem Gewicht. Zeitweise nahm sie ordentlich zu, dann bekam sie Brech-Durchfall und nahm wieder alles Zugenommene ab. Nachdem sie wieder aufgeholt hatte, wurde sie erneut krank und nahm wieder ab. Doch nun hat sie pünktlich zum letzten OP Tag das min. Gewicht von 3000g erreicht und so konnte Dr. Gary unser "Dickerchen" wie wir Krankenschwestern sie liebevoll nannten, operieren.Es ist sooo schön sie jetzt zu sehen. Ihre Lippe ist zwar noch ziemlich geschwollen, aber das wird in den kommenden Wochen besser werden.
Da Anicette und ihre Mutter aus dem Norden von Benin kommen, haben sie die letzten Monate in unserem Hospitality Centre gewohnt und kamen ein bis zweimal die Woche aufs Schiff. So sind sie uns allen sehr ans Herz gewachsen.Was mich besonders freut ist, dass Anicettes Mutter während ihrer Zeit hier schreiben, lesen und ein wenig rechnen gelernt hat! So wird sie kommende Woche nicht nur mit einem gesunden Kind nach Hause fahren können, sondern mit zwei Büchern in ihrem Gepäck, in denen sie hoffentlich sehr viel lesen wird und ihre Fähigkeit im Lesen und Schreiben noch erweitern wird.

Letzet OP Woche beendet!

Während den letzten Wochen hatte ich jeden Tag unser sogenanntes "10 Uhr meeting" mit der OP Leitung, der Leitung von der Patientenaufnahme und den Stationsleitungen. Bei diesen Besprechungen aktualisierten wir, wie viele Patienten wir aufnehmen können, auf welche Station sie kommen und mussten schauen, ob das alles mit dem OP-Plan übereinstimmt. Das war manchmal recht anstrengend,weil Patienten immer wieder nicht erschienen sind bzw. drei Tage später auftauchten, viele Malaria hatten und ihre Operation verschoben werden musste,... . Dadurch hatten wir Zeiten, in denen die Stationen enorm voll waren und es entstanden andererseits leider teilweise Lücken und es musste geschaut werden,dass die Operationsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden können.Meine Aufgabe war es dabei, den Überblicke über alle unsere Patienten zu behalten :-)
Am Freitag war der letzte Tag, an dem operiert wurde, und ich bin sehr erleichtert, dass wir alle gescreenten Patienten noch irgendwie in den OP-Plan haben unterbringen können!!
In unserem letzten "10:00 Uhr meeting" herrschte so eine fröhliche und ausgelassene Stimmung :-)

Sonntag, 15. November 2009

immer wieder neue Variationen...

Vor drei Tagen wurden wir vom Medical Emergency Team zur Reception gerufen.Wir fanden einen bewusstlosen Afrikaner vor, der laut der Kollegin am Empfang, nachdem er Bananen ans Schiff geliefert hatte, plötzlich zusammengebrochen war.
Wir brachten ihn auf die Intensivstation und waren etwas ratlos: seine Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Atmung) waren alle normal, er war nicht kaltschweissig... Während wir alle um sein Bett standen und überlegten, was wir tun sollten, wachte der Patient schlagartig auf und erzählte uns, dass er einen Leistenbruch habe und ihm dieser Bruch auf einmal so stark weh getan hätte, dass er bewusstlos geworden wäre.Er würde jetzt ganz dringend eine Operation benötigen und da er ja jetzt schon auf dem Schiff und auf Station wäre, sei es doch sicher kein Problem für uns ,ihn kurz zu operieren.
Auch dieses Mal hiess es wieder, ihm zu erlären, dass der OP-Plan völlig ausgelastet ist und die Untersuchung ergeben hätte, dass es nicht notfallmässig behandelt werden muss.
Es überrascht mich immer wieder, was sich die Leute einfallen lassen, um Hilfe zu bekommen und es ist nicht einfach, immer wieder abzuweisen, abzuweisen, abzuweisen,... .Man darf die Personen nicht aus dem Blick verlieren,denen wir helfen konnten und aus dieser Perspektive auch dem Ende der Operationswochen entgegensehen.

Einmal volltanken Bitte!

Alle Vorbereitungen für den Abschluss von unserem Einsatz hier laufen auf Hochtouren. So hatten wir vorgestern einen neuen "Nachbarn", den Tanker M/V Energizer. Zur Zeit ist unser Tankplatz besetzt,daher haben die Hafenbehörden der M/V Energizer die Erlaubnis erteilt, direkt neben uns anzulegen.

Für zwölf Stunden lag Benzingeruch in der Luft, da der Tanker genau am Einzug unserer Klimaanlage plaziert war.
So "roch"es aber in gewisser Weise auch gleichzeitig nach baldiger Abfahrt
Richtung Teneriffa :-)!

Samstag, 7. November 2009

faszinierende Namen

Jetzt sind wir schon seit neun Monaten hier in Benin und in dieser Zeit ist mir dieses Land immer ein bisschen vertrauter geworden.

An eins konnte ich mich bisher jedoch noch nicht gewöhnen: die äusserst ungewöhnlichen und unaussprechbaren Namen.Z.Bsp. Nachnamen wie HOUGNEBDOU, WGHOUIDGY oder AGCHOUGOU. Aber auch die Vornamen sind nicht wirklich immer einfach auszusprechen: Gbdija oder Trgchou.

Ab und zu gibt es auch einfachere Varianten, die meistens recht einprägend sind wie z.B. Kiki :-)


Momentan läuft noch das volle Programm, doch wir haben nur noch zwei Wochen vor uns, in denen operiert wird. In drei Wochen werden wir unsere Station schliessen.

Unser Einsatz hier in Benin geht mit riesen Schritten auf das Ende zu!