Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Freitag, 27. Februar 2009

Bilder vom Screening

Während des Screenings war es uns von der Crew nicht erlaubt, Bilder zu machen. Das Medienteam vom Schiff machte einige Bilder, die sie gestern freigegeben haben. Nachfolgend ein paar Eindrücke von letzter Woche:

Dienstag, 24. Februar 2009

komplettes Team!

In den letzten Wochen sind 35 neue Krankenschwestern angereist, so dass unser Übergangsteam von acht "Langzeitlern" wieder aufgestockt ist und wir nun bereit sind, alle drei Stationen zu öffnen. Gestern haben wir begonnen Patienten aufzunehmen und heute fanden die ersten Operationen statt!
Das Leben auf dem Schiff ist wieder eingekehrt: man trifft auf Patienten,wenn man über den Flur an den Stationen vorbeikommt, Kinder laufen überall rum oder spielen am Boden,... :-)!

Freitag, 20. Februar 2009

Screening

Gestern und heute hatten wir unser Screening. Es waren lange, interessante, schöne und schwere Tage.
Die Voruntersuchungen fanden in der "Hall of Art" statt (das Stadion von Cotonou). Es wurde schon seit einigen Wochen über das Radio, mit Plakaten, Handzetteln und v.a. mit Hilfe von "Mund zu Mund Propaganda" bekannt gegeben, dass wenn jemand eine Operation braucht, man am 19. und 20. Februar zur Hall of Art kommen soll. Schon am Mittwochabend sind die ersten Patienten am Stadion angekommen und haben dort übernachtet. Als wir am Donnerstagmorgen um 6 Uhr ankamen, wartete eine Menschenschlange mit geschätzten 4000 Menschen auf uns.
Meine Aufgabe war das sogenannte "Pre-Screening". Da nicht alle 4000 Menschen untersucht werden können, gab es unser Viererteam vor dem Stadion, dessen Aufgabe es war, mit den einzelnen zu reden was ihr Problem ist und zu entscheiden, ob mit einer Operation geholfen werden kann oder nicht.
Leider mussten wir die Mehrheit der Wartenden wieder nach Hause schicken. Das war zum Teil sehr frustrierend und hart. Ich werde viele Menschen nicht mehr vergessen, die anfingen zu diskutieren, zu weinen, zu schreien oder einfach nur ganz still wurden und gegangen sind.
(v.a. wenn man bedenkt,dass diesen Menschen geholfen werden könnten,wenn wir in einem Land wie Deutschland wären!)

Da Benin zu den am weitesten entwickelten Ländern von Westafrika gehört, war ich überrascht, doch sehr viele Menschen mit großen Tumoren, Strumen (Schilddrüsenvergrösserungen) usw. zu sehen.
Es gibt zwar viele Krankenhäuser hier, doch sehr viele Menschen haben einfach kein Geld, um eine Operation zu bezahlen.
Der Operationsplan für die kommenden Monate ist fast ausgebucht.Nun heisst es sich auf die Menschen zu konzentrieren,denen wir helfen können und diese Möglichkeit umso mehr zu nutzen.

Medical Reception

Anfang der Woche hatten wir unsere "Medical Reception". Es kamen 160 Ärzten, Pflegepersonal und vielen andere Mitarbeiter von Krankenhäusern hier aus Cotonou zu Besuch. Wir haben ihnen unsere Stationen gezeigt und erklärt, was wir hier auf dem Schiff für OPs durchführen können.
Es war für uns sehr interessant, neue Kontakte zu knüpfen. Die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern hier ist sehr wichtig für uns ,denn manche von unseren Patienten werden von lokalen Ärzten betreut werden, wenn das Schiff Ende des Jahres wieder ablegt.

Hier in Benin gibt es wesentlich mehr Krankenhäusern als in Liberia. Bisher konnte ich noch keines anschauen, aber ich hoffe, dass ich dazu mal noch Gelegenheit haben werde :-)
(Zusammen mit Todd, einem Intensivpfleger aus USA, zeigte ich unseren Besuchern die Intensivstation.)

Dienstag, 10. Februar 2009

Angekommen!

Gestern morgen kamen wir gegen 14:00 (wie im Zeitplan vorgesehen!)hier an der Küste vor Benin an. Es war bereits Kontakt zu den Lotsen aufgenommen worden, sie standen schon in den Startlöchern, zu uns zu kommen und wir standen alle in unseren afrikanischen Kleidern auf dem Deck und waren bereit für die Empfangszeremonie, als einer unserer Hauptmotoren ausfiel! In Teneriffa war alles geprüft worden und auch während der Überfahrt gab es überhaupt keine Probleme,so dass es nicht klar war,wie und warum es zu dem Defekt kam.
So war erst einmal Abwarten angesagt
(Debora und ich auf Deck 7 als wir warteten bis es weiter geht :-))
Da es mit nur einem Hauptmotor nicht möglich ist,das Schiff richtig zu lenken, blieben wir vor dem Hafen von Cotonou (Hauptstadt von Benin) und unsere Ingenieure versuchten, den Motor wieder flott zu bekommen. Nachdem sie das Problem bis 16:00 Uhr immer noch nicht gefunden hatten, wurde der Anker gelegt und wir haben - ein paar hundert Meter von unserem Ziel entfernt - übernachtet. Die Nacht war für uns alle recht kurz , da das Schiff enorm geschwankt hat, wie nie während der Überfahrt, und ständig Gegenstände runtergefallen sind,....

Die Männer im Maschinenraum haben über Nacht ganze Arbeit geleistet und so ging dann heute morgen alles ganz schnell:Um 5 Uhr liefen beide Hauptmotoren, um 6 Uhr wurde der Anker gelichtet und um 9 Uhr waren wir sicher am Dock angekommen.

Wir haben dann sofort losgelegt und angefangen, die Stationen aufzubauen und aufzuräumen.
Ich bin froh,dass es nun mit nur wenig Verspätung losgehen kann!
Leider gibt es noch Probleme mit unseren Papieren und Visa, so dass wir momentan das Schiff noch nicht verlassen dürfen. Doch wir geniessen schon mal die Aussicht auf den Dock und die Nachbarschiffe.

Freitag, 6. Februar 2009

Zurück in Afrika!!

Die letzten Wochen sind nur so verflogen und es wird allerhöchste Zeit dass ich meinen Blog wieder update :-)
Mein Urlaub zu Hause und auf Teneriffa war total schön und erholsam!

Zusammen mit Debi (einer Krankenschwester aus Heilbronn, mit der ich in einer Cabine wohne) habe ich der letzten Woche auf der Insel einiges unternommen. Wir haben die Freiheit genossen , einfach mal zu zweit loszuziehen und die Natur zu geniesen.
Vor fast einer Woche haben wir in Teneriffa abgelegt und sind jetzt auf dem Weg nach Benin.

Die Überfahrt began recht stürmich, so dass erst mal wieder einige seekrank wurden - zu denen ich mich leider auch gesellte. Doch in der Zwischenzeit ist es das Meer ruhig und wir haben eine wunderschöne und nicht so schaukelnde Fahrt .
Wir werden von sehr vielen Delphinen begleitet und es ist immer ein beeindruckendes Schauspiel , wie sie um den Bug vom Schiff herumhüpfen.

Die Luftfeuchtigkeit draussen nimmt mehr und mehr zu und wir spüren, dass wir wieder in Afrika sind! Letzte Nacht fuhren wir an der Küste von Liberia vorbei (leider sahen wir die Küste nicht, da wir zu weit draussen waren), aber meine Gedanken sind zurückgewandert zu "meinen" Kindern vom Kinderheim und so manchem ehemaligen Patienten,... .

Die Vorbereitungen für den kommenden Einsatz sind jetzt fast abgeschlossen und wir stehen alle in den Startlöchern ,um am Montag, wenn wir in Benin ankommen, loszulegen.
Für uns Krankenschwestern heisst das, die Station wieder aufzubauen, Schränke richtig einzuräumen (zur Zeit ist alles nur reingestopft, damit bei der Überfahrt nichts rausfliegt,...) und noch die restlichen Dinge für das Screening zu organisieren.
Ausserdem sind für kommende Woche noch eine "Empfangszermonie", eine "medical Reception" (es kommt der Gesundheitsminister und andere med. Leute, mit denen wir zusammen arbeiten wollen, zu Besuch, um sich das Schiff anzuschauen), eine Einführung für unsere Übersetzer, Einweisung für neue Krankenschwestern,.... geplant.

Der Countdown für den neuen Einsatz läuft, ich freue mich schon und bin sehr gespannt ,wie es in Benin sein wird und was uns dort alles erwartet!