Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Sonntag, 28. Februar 2010

Wir richten uns hier häuslich ein...

Unser Dock hier ist - verglichen mit Benin - ein Traum! Wir haben eine Containermauer um einen gewissen Bereich des Docks und dieser Platz wird nur von uns genutzt, d.h. es gibt keinen Durchgangsverkehr und wir können uns dort "häuslich niederlassen".

Dies alles aufzubauen war letzte Woche die Aufagbe von unseren "Deckies" . Wir haben zwei Zelte am Dock, in dem einen ist die Patientenaufnahme untergebracht und in dem zweiten arbeitet das Physiotherapieteam. Da es hier nur so von Ratten und Kakerlaken wimmelt, wurden alle Zelte auf Paletten gestellt.


Letzte Woche hatten wir auch unsere ersten Patientenaufnahmen und Operationen. Es ist total schön, wieder Patienten zu haben und zu sehen, dass nun alle Vorbereitungen so gelaufen sind, dass wir unserer eigetlichen Aufgabe wieder nachkommen können.



Dieser gute Start in den Einsatz hier in Togo wurde mit einem Grill-Abend am Dock gefeiert. Das war ein schöner und lustiger Abend für uns alle :-)

Freitag, 19. Februar 2010

erste Screeningwoche überstanden

Heute ist schon wieder Freitag! Die letzte Woche war sehr spannend und aufregend!

Am Dienstag hatten wir unser erstes Screening und zur Überraschung von allen kamen nur 300 Leute. Doch bereits am Mittwoch hatten wir die doppelte Anzahl an Togolesen, die nach Hilfe fragten. Am Donnerstag warteten 1300 Leute auf uns, als wir um 6:00 ankamen!

Wir hatten damit gerechnet, dass es immer mehr Personen werden, sobald sich erst mal herum gesprochen hat, dass wir mit den Screenings angefangen haben, und so waren wir am Donnerstag mit einer starken Manschaft von 25 Leuten vor Ort.Nach einer halben Stunden wurden wir jedoch buschstäblich überrant. Wir mussten die Tore des Klinikgeländes schliessen (was zu dem Zeitpunkt kaum mehr möglich war und fünf Männer benötigte, da die Menge von aussen so stark dagegen drückte) und haben um Vestärkung vom Schiff gebeten. Mit Hilfe von diesen 15 weiteren Leuten (incl.unserer Security guards und Security Officers) schafften wir es nach 30 Minuten, die Personen zu beruhigen, so dass wir die Voruntersuchungen fortsetzten konnten.Nach weiteren fünf Stunden konnten wir dann sicher wieder zurück aufs Schiff. So war der heutige Tag komplett gefüllt mit Meetings mit der Schiffsleitung um sicher zu gehen, dass wir nicht nochmal in solch eine Eskalationssituation geraten.

Ausserdem hatte wir heute 400 Vorstellungsgespräche :-) Das war ein "erschlagendes" Ereignis!
Für meinen Bereich im Krankenhaus hatten wir 200 Übersetzer, von denen wir 170 eingestellt haben. An Tagen wie heute stelle ich immer wieder fest, wie schön es ist, wenn man ein Team hat, mit dem man zusammen arbeiten kann. Die Stationsleitungen sind einfach klasse und dann machte es auch Spass, solch einenTage zusammen durchzustehen :-)

Freitag, 12. Februar 2010

Neubeginn und Endspurt

IM TOGO ANGEKOMMEN

Seit fünf Tagen sind wir nun in Togo und es kommt mir so vor, als ob wir schon viel länger da sind :-) Die letzten Tage waren ausgefüllt mit den letzten Vorbereitungen für den Start dieses Einsatzes, denScreenings, und mit vielen kleinen "Überraschungen", die meine "Flexibilitäts-Fähigkeit" stark getestet haben.

So besuchten wir z.B. ein Sportstadion, in dem wir dienstags Screenings haben werden. Die Mercy Ships Mitarbeiterin, die schon seit vier Monaten hier in Togo ist und vieles vorbereitet hat, hatte mich informiert, dass sie für alle Screeningplätze feste Zusagen hat. Als wir jedoch vor Ort ankamen, wusste niemand von irgendetwas. So wanderten wir vier Stunden von eine Büro zum andern und wieder zurück bis wir dann doch den Verantwortlichen gefunden hatten. Er gab uns die Zusage , dass wir einen Teil des Stadions benützen dürfen. Als ich heute mit unserem Security Team zum Stadion fuhr (Da in wenigen Wochen die Präsidentschaftswahlen sind und es wegen der Fussballgeschichte um die togolesisches Nationalmanschaft schon einigen Unruhen gab, müssen wir sehr vorsichtig sein.) und meinen Plan, wie das Screening ablaufen soll vorstellen wollte, wurden wir an eine komplett andere Stelle als abgemacht geführt . Dem zu Folge musste ich heute abend meine Pläne wieder ändern.

NEUES LAND NEUE "SITTEN"

Voraussetzung dafür, dass alles noch klappt, ist auch, dass ich jeweils den Weg zu den entsprechenden Terminen wieder finde :-), die Stadt ist äusserst kompliziert (zumindest kommt es mir so vor) : es gibt enorm viele Einbahnstrassen, aber keine Schilder, die darauf hinweisen! D.h. man muss immer schauen, ob die andern Autos/Motorräder in eine oder in beide Richtungen fahren. Heute kam ich an eine Strasse, in der gerade kein Fahrzeug unterwegs war. Ich fuhr dann einfach in die Richtung, in die ich wollte, und es stellte sich schnell heraus, dass ich falsch rum in einer Einbahnstrasse unterwegs war.Die Afrikaner haben mir freundlich zugewunken:-), ich glaube die sind schon gewöhnt, dass wir Weissen mit ihren Strassenregeln so unsere Probleme haben!

Eine weitere Herausforderung sind die Ampeln . Man findet fast an jeder Kreuzung Ampeln, die auch funktionieren, doch zusätzlich stehen mind. zwei Polizisten an JEDER Kreuzung (die haben hier eine unmengePolizisten!). Die Schwierigkeit besteht darin, wenn der Politzist nicht analog zur Ampel den Verkehr leitet. Ein paar Leute folgen den Ampeln und die andern den Anweisungen der Polizei, was in einem Verkehrschaos endet.Wenn sich dann noch der zweite Polizist einmischt und sie debatieren, wie sie das Chaos am besten "entwirren" könnten, dauert es Stunden, bis man eine Kreuzung überquert hat.

So brauchte ich heute für eine Strecke, die ich gestern in gerade mal 15 min. bewältigt hatte, über eine Stunde!! (Inklusive Orientierungsschwierigkeiten meinerseits :-))

ENDSPURT

In fünf Wochen werden meine zwei Jahre bei Mercy Ships zu Ende gehen. Ich werde Mitte März zurück nach Deutschland kommen. So erlebe ich gerade diese Zeit auch aus dieser Perspektive sehr intensiv, da mir bewusst ist, dass ich bald nicht mehr hier sein werde.

Wenn ich zurück bin, werde ich erst einmal Urlaub machen, ..... .