Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Freitag, 25. September 2009

Schulbeginn auf dem Schiff

Vor drei Wochen hat auch für unserer 55 Schulkinder auf dem Schiff nach den Sommerferien der Schulalltag wieder begonnen.Unsere Sommerferien fallen in die Regenzeit.So nutzten die meisten die Gelegenheit, um nach Hause zu fliegen, denn es ist nicht so einfach mit seinen Kindern etwas zu unternehmen, wenn es in Strömen regnet und man auf einem Schiff
festsitzt.
Jetzt wimmelt es wieder überall von Kindern und v.a. im Speisesaal geht es sehr lustig und turbulent zu.
Es finden in regelmässigen Abständen sogenannte "Atkionstage"statt, an denen sich alle Kinder passend zu einem Thema verkleiden. Dass ist immer besonders spannend, wenn man zum Beispiel auf einmal von 50 kleinen Robin Hoods umgeben ist :-).
Letzte Woche hatten sie das Motto "Twins", und wir hatten alle viel Spass mit den vielen Zwillingspäärchen :-)

Samstag, 19. September 2009

unbegrenzte Transportmöglichkeiten

In der Zwischenzeit habe ich mich schon daran gewöhnt, dass Afrikaner ALLES mit Mopeds oder Autos transportieren. Doch diese Bilder, die ein Freund von mir gemacht hat, als er neulich in der Stadt unterwegs war, haben meine bisherigen "Impressionen" zum Thema Transportmöglichkeiten weit übertroffen :-)!


Hier einige Kostproben davon:

Samstag, 12. September 2009

Patienten am Dock - immer eine Überraschung

Heute morgen bekam ich einen Anruf von unserem Security Guard an der Gangway:Er meldete, dass ein Mann mit einem Leistenbruch am Dock warten und fragen würde, ob er hier operiert werden kann.
Da wir nur noch neun Wochen operieren, bevor unser Einsatz hier in Benin zu Ende sein wird, ist unser OP Plan komplett gefüllt und wir haben keine freien Plätze mehr.
So machte ich mich auf den Weg, um dies dem Mann zu erklären, was leider zu einer traurigen Routine in meinem Job gehört.
Als ich am Dock ankam, war ich erstaunt nicht nur EINEN Mann, sondern 15 vorzufinden!
Ein "cleverer" Geschäftsmann aus dem Norden von Benin hatte gehört, dass wir dieses Art von Operation kostenlos anbieten.Daraufhin hatte er 15 Männer mit Leistenbrüchen in seinen alten, total verrosteten und klapprigen VW-Bus geladen, von jedem ordentlich Geld abkasiert - für die Fahrt und die Operation - und nun stand er mit ihnen am Dock.
Es war enorm schwierig, ihnen die Situation zu erklären und begreiflich zu machen, dass wir ihnen nicht helfen können. Erst nach einer 1,5 stündigen Diskussion und mit Hilfe von unserem Secuirty Officer, konnte ich sie schliesslich dazu bewegen, zumindest das Hafengelände zu verlassen.

Drei Stunden später rief mich der Security Guard der Gangway erneut an und meldete wiederum einen Patienten mit "Hernia" (das Thema verfolgte mich an diesem Tag!).
Ich zog wieder los.Unterwegs traf ich unseren Security Officer und warnte ihn schon mal vor, dass ich wieder "in gleicher Mission" unterwegs wäre. Als ich den Patienten sah, grüsste er mich freundlich und überreichte mir eine Mercyships-Appointmentkarte für eine Operation am 16 September.
Ich brachte ihn aufs Schiff in den Patientenwartebereich und redete mit der Patientenaufnahme.Sie wussten nichts von diesem Patient. Auch beimChecken der Database (PC Programm mit allen Daten aller Patienten), konnte ich den Namen des Patienten nicht finden. Ich habe ihn natürlich gleich gefragt, ob er ein anderes mal unter einem andern Namen hier gewesen wäre :-), was er aber verneinte.Die OP-Leitung wusste ebenfalls nichts von ihm und einer geplanten OP am 16 September.
Mit meinem Latein am Ende, ging ich zurück und fragte den Mann, wer ihm denn diese Karte gegeben hätte.
Er erklärte mir, dass er die Karte vor drei Jahren bekommen hätte, als die Anastasis in Benin war! Da er die Karte in seiner Bibel gehütet hatte, sah sie noch wie neu aus. Er konnte allerdings nicht so ganz verstehen, warum wir ihm jetzt nicht helfen würden, schliesslich hätte er drei Jahre gewartet! Er ist traurig abgezogen. Bevor er ging, fragte er noch, ob er seine Appointmentkarte wieder mitnehmen könne, vielleicht - wenn das Schiff wieder mal nach Benin kommt - würde er es nochmal versuchen.

Samstag, 5. September 2009

Schiffsalltag

Jetzt sind wir schon seit acht Monaten hier im Hafen von Cotonou. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!
Da wir hier abgesehen von unseren "Tankausflügen" alle drei Monate ständig am gleichen Dock vor Anker liegen, haben wir das Problem, dass sich viel "maritimes Gewächs" am Bug der AFM festsetzt, ausserdem schwimmt hier so viel Müll und Dreck im Wasser, dass die Lüftungssysteme der Kühlung für die Generatoren schnell verstopfen.
Deshalb müssen einmal in der Woche Taucher unters Schiff, um alles wieder zu säubern.

Diese Arbeit ist notwendig aber wirklich nicht beneidenswert!!