Doch das Autofahren hier ist eine Wissenschaft für sich. In Liberia bin ich auch schon viel Auto gefahren (damals durfte ich noch nicht privat fahren, sondern nur Fahrten ins Kinderheim,... machen) und der Verkehr dort hat mich oft sehr erstaunt.
Hier ist es nochmal ganz anders und noch viel verwunderlicher. Die Strassen an sich sind viel, viel besser als in Liberia, das führt dazu, dass viel schneller gefahren wird - und da oft jemand aus ´ner Seitenstrasse oder Ausfahrt rausfährt ohne zu schauen ist es manchmal nicht ganz ungefährlich, weil ständig jemand abbremsen oder ausweichen muss.
Funktionierende Ampeln gibt es hier sehr viele. Manchmal halten die anderen Verkehrsteilnehmer auch bei rot, aber manchmal auch nicht.
Aber den grössten Respekt hab ich vor den Zemidjans. Das sind kleine Motorräder, die hier als Taxis unterwegs sind. Von ihnen gibt es alleine in Cotonou 80 000! Es wimmelt nur so von ihnen und sie fahren ohne Rücksicht auf Verluste! Ich kam schon an mehreren Unfällen vorbei und es sterben täglich Menschen bei solchen Zemidjanunfällen. Neulich ist ein Zemidjan vor mir von einem anderen Auto gerammt worden , der Beifahrer wurde vom Motorrad gestossen,aber der "Zemidjan-Taxifahrer" drehte sich nur kurz um und fuhr dann munter weiter. Ich habe mir erklären lassen , dass das hier normal ist, ein Unfall gehöre zum Risiko des Zemidjansfahrens .
Da bin ich dann doch immer sehr froh, dass ich in unseren Landrovern etwas mehr Blech um mich rum habe :-).

