Odilon ist ein kleiner Lippen-Spalten-Patient. Seine Mutter kam mit ihm bereits im Februar zu uns. Damals war er gerade mal ein paar Wochen alt. Er war total unterernährt und viel zu leicht für sein Alter. Wir haben ihn in unser "Children-Feeding-Programm" (Ernährungsprogramm)aufgenommen und für drei Monate versucht, der Mutter beizubringen, wie wichtig es ist, dass sie ihrem Sohn regelmässig Milch zu trinken gibt (und nicht nur Wasser!).Es war sehr schön zu sehen, wie er langsam aber sicher an Gewicht zulegte. In dieser Zeit wuchs der Kleine uns allen sehr ans Herz und wir haben uns gefreut, als er dann im April mehr als 3000 g wog, so dass er das Mindestgewicht für eine OP hatte. Dr. Gary operierte Odilon und der Kleine war nach der OP nicht mehr wiederzuerkennen !!
Ende April haben wir Mutter und Sohn entlassen und sie an ein lokales Krankenhaus ganz in der Nähe ihres Dorfes überwiesen. Ein Sozialarbeiter dieses Krankenhauses besuchte die Familie immer wieder, um sicher zu gehen, dass der Kleine weiterhin genügend zu essen bekommt.
Letzte Woche bekamen wir ein email von diesem Sozialarbeiter, dass sich Odilons Zustand verschlechtert hätte, er hätte wieder abgenommen und leider würde die Mutter einen Aufenthalt im Krankenhaus ablehnen, um ihren Sohn wieder "aufzupäppeln". Als der Sozialarbeiter drei Tage später nach Odilon schauen wollte, war er gestorben. Seine Mutter hat ihn verhungern lassen.
Für viele Afrikaner gelten Kinder mit Lippen-Spalten immer noch als verhext und sie haben somit kein Recht zu leben.
Wir hörten auch schon von Müttern die Frage: Warum kümmert ihr euch so um mein Kind, es ist doch billiger ein Neues zu bekommen?!
Es ist so schwer bis gar nicht nachvollziehbar, wie man in dieser Weise denken kann! Auch wenn ich die ganze Situation mit Odilon - und den vielen tausend anderen Kindern, denen es genauso geht - nicht verstehen kann, bin ich doch froh zu wissen,dass es gut war, dass Odilon und seine Mutter bei uns waren und wir ihm zumindest für ein paar Tage seines Lebens die Liebe geben konnten, die jedes Kind verdient hat.
Sonntag, 31. Mai 2009
Dienstag, 26. Mai 2009
Feueralarm
Heute hatte ich einen freien Tag und geplant, gemütlich auszuschlafen, als um 08:03 Uhr der Feueralarm losging und dadurch alle Feuertüren zuschlugen (was einen riesen Krach macht und einen zusätzlichen Alarm auslöst).
Wir haben hier zwei Feueralarme: zuerst ertönt der "Crew-alert-Alarm", ein enorm unangenehm hoher Pfeifton, der 10 Sekunden anhält, was einem jedoch durch die hohe Frequenz wie eine Ewigkeit vorkommt :-). Dies heisst für alle Emgergencyteams,dass sie sich zu ihren Musterstationen begeben müssen. Wenn es sich dann tatsächlich um einen Brandfall handelt ,und die Crew evakuiert werden muss, folgt der zweite Alarm: der "Crew-rescue-Alarm". Dieser ist,was den Klang betrifft :-), wesentlich angenehmer, da er nur aus drei kurzen Tönen, gefolgt von einem langem Ton, besteht.
Normalerweise sind die Firedrills immer donnerstags, so dass heute schnell klar war, dass es ein echter Alarm sein muss - demtentsprechend schnell war ich dann auch wach!! Da ich im "Emergency Medical Team" bin, musste ich mich beeilen, um mich zügig bei meinem entsprechenden Posten zu melden. Es erhielt jeder seinen Rucksack mit der Notfallausrüstung und wir warteten dann auf weitere Anweisung vom Captain.
Es zeigte sich dann jedoch, dass es ein Fehlalarm war.
Eine der Patientinnen, die auf eine Augenoperation wartete, stand im Flur und als das Schiff sich bewegte, wollte sie sich an der Wand festhalten. Dabei zerbrach sie das Glas von einem Feuermelder und der Alarm wurde ausgelöst. Sie ist dabei wohl am meisten erschrocken, da sie meinte, sie hätte jetzt das Schiff zerstört, so dass es einige Zeit brauchte, sie zu beruhigen.
Wir waren alle froh, dass es nur ein Fehlalarm war, wenn ich auch bevorzuge von meinem Wecker geweckt zu werden, anstatt vom "Crew-alert-Alarm" :-)
Wir haben hier zwei Feueralarme: zuerst ertönt der "Crew-alert-Alarm", ein enorm unangenehm hoher Pfeifton, der 10 Sekunden anhält, was einem jedoch durch die hohe Frequenz wie eine Ewigkeit vorkommt :-). Dies heisst für alle Emgergencyteams,dass sie sich zu ihren Musterstationen begeben müssen. Wenn es sich dann tatsächlich um einen Brandfall handelt ,und die Crew evakuiert werden muss, folgt der zweite Alarm: der "Crew-rescue-Alarm". Dieser ist,was den Klang betrifft :-), wesentlich angenehmer, da er nur aus drei kurzen Tönen, gefolgt von einem langem Ton, besteht.
Normalerweise sind die Firedrills immer donnerstags, so dass heute schnell klar war, dass es ein echter Alarm sein muss - demtentsprechend schnell war ich dann auch wach!! Da ich im "Emergency Medical Team" bin, musste ich mich beeilen, um mich zügig bei meinem entsprechenden Posten zu melden. Es erhielt jeder seinen Rucksack mit der Notfallausrüstung und wir warteten dann auf weitere Anweisung vom Captain.
Es zeigte sich dann jedoch, dass es ein Fehlalarm war.
Eine der Patientinnen, die auf eine Augenoperation wartete, stand im Flur und als das Schiff sich bewegte, wollte sie sich an der Wand festhalten. Dabei zerbrach sie das Glas von einem Feuermelder und der Alarm wurde ausgelöst. Sie ist dabei wohl am meisten erschrocken, da sie meinte, sie hätte jetzt das Schiff zerstört, so dass es einige Zeit brauchte, sie zu beruhigen.
Wir waren alle froh, dass es nur ein Fehlalarm war, wenn ich auch bevorzuge von meinem Wecker geweckt zu werden, anstatt vom "Crew-alert-Alarm" :-)
Donnerstag, 14. Mai 2009
Explosion am Dock
stellt man schnell fest,dass der Inhalt "streng sortiert" wird, jedoch nach anderen Kriterien als in Deutschland! Jede einzelne Mülltüte wird danach durchforscht, was evtl. noch brauchbar wäre, z.B. leere Dosen, Flaschen, Kanister, Essensreste wie Apfelkerne... oder Shampooflaschen in denen noch drei Tropfen Shampoo drin sind. Wir müssen sehr vorsichtig sein was wir in den Müll geben!
Letzten Mittwoch explodierte das Hydrauliksystem des Müllautos und alles in der näheren Umgebung war voll mit Hydraulikflüssigkeit. Leider standen drei unsere Landrover direkt daneben und unsere arme Automechaniker waren stundenlang beschäftigt, das schmierige Zeug wieder von den Autos runter zu bekommen!
Zum Glück gab es aber keine Verletzten!
Donnerstag, 7. Mai 2009
Blutspendezentrale
Anfang der Woche wurde einem jungen Mann ein großer Tumor an der Schulter entfernt. Es war zu erwarten, dass er einiges an Blut verlieren würde, doch dann blutete er noch mehr als befürchtet. Da wir hier keine Blutkonserven lagern und auch nicht per Telefon kurz in der Blutspendezentrale bestellen können :-), gibt es im Notfall eine Durchsage auf dem Schiff und die entsprechenden Crewmitglieder melden sich zum Blutspenden. Es wird dann eine Konserve abgenommen und sofort dem Patienten infundiert. In diesem Fall wurden jedoch sechs Konserven benötigt und so mussten wir die Intensivstation kurzerhand in eine "Blutspendezentrale" verwandeln.
Sowohl der Patient als auch alle von der Crew haben diesen stressigen Morgen gut überstanden :-)

Sowohl der Patient als auch alle von der Crew haben diesen stressigen Morgen gut überstanden :-)Sonntag, 3. Mai 2009
Grüße aus dem Urwald!
Letztes Wochenende fuhr ich mit einigen Freunden in den Norden von Benin zum Pendjari Nationalpark. Es waren drei Tage in einer ganz anderen Welt, so dass es "gefühlten" zwei Wochen Urlaub entsprach :-) ! Wir erlebten und sahen so einiges :



Wir waren die meiste Zeit mit einem etwas älteren Bus unterwegs. Es war total schön, oben auf dem Dach zu sitzen, nach Tieren Ausschau zu halten und die geniale Landschaft zu geniesen!
Zwischendurch stiegen wir auf ein Boot um, was allerdings eine extrem wackelige Angelegenheit war.Wir machten einen kurzen Abstecher nach Burkina Faso, da dieser Fluss die Staatsgrenze zwischen Benin und Burkina Faso ist.
(Linda hinter mir "bewundert " gerade die noch lebenden Fische unter meinem "Sitz" :-))
Auf dem Heimweg haben wir bei wunderschönen Wasserfällen gestoppt. Leider hat es geregnet (die Regensasion hat jetzt begonnen), doch das hat einige von uns nicht davon abgehalten, an den Felsen nach oben zu klettern und ins Wasser zu springen. Linda und ich zogen es vor, ein paar Runden zu schwimmen.




Zur Zeit ist Mangosaison und unser Menüplan bestand daher fast ausschliesslich aus frischen Mangos : sehr lecker ( und natürlich gesund :-) ) !
Wir waren die meiste Zeit mit einem etwas älteren Bus unterwegs. Es war total schön, oben auf dem Dach zu sitzen, nach Tieren Ausschau zu halten und die geniale Landschaft zu geniesen!
Zwischendurch stiegen wir auf ein Boot um, was allerdings eine extrem wackelige Angelegenheit war.Wir machten einen kurzen Abstecher nach Burkina Faso, da dieser Fluss die Staatsgrenze zwischen Benin und Burkina Faso ist.
(Linda hinter mir "bewundert " gerade die noch lebenden Fische unter meinem "Sitz" :-))Auf dem Heimweg haben wir bei wunderschönen Wasserfällen gestoppt. Leider hat es geregnet (die Regensasion hat jetzt begonnen), doch das hat einige von uns nicht davon abgehalten, an den Felsen nach oben zu klettern und ins Wasser zu springen. Linda und ich zogen es vor, ein paar Runden zu schwimmen.

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