Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Samstag, 20. Dezember 2008

Grüße aus Teneriffa!

Gestern morgen um 06:00 haben wir hier in Teneriffa angelegt.
Die letzte Woche war geprägt von wunderschönen Sonnenuntergängen, Delphinen die um das Schiff herumsprangen, viele Schwärme von fliegenden Fischen und leider für 3 Tage auch stürmische See mit ordentlichen Wellen - wodurch dann die Hälfte der Bestatzung erst mal seekrank wurde. Mich hat es zum Glück nicht erwischt und ich sass oft auf Deck 7 und genoss das Naturschauspiel :-))
Eigentlich beginnt mein offizieller Urlaub am Montag,doch letzte Woche tickten die Uhren schon sehr viel langsamer als normalerweise. Wir starteten morgens erst um 8 Uhr (anstatt 7 Uhr), hatten zwei Mal am Tag Kaffeepause und die ganze Stimmung auf dem Schiff war total entspannt.
Zusammen mit Esther (einer Schweizer Krankenschwester) und Debora (eine dt. Krankenschwester aus der Nähe von Heilbron) haben wir die Patientenakten der vergangenen 10 Monate sortiert und eingescannt - das war ein sehr viel Arbeit, aber auch total lustig :-)

(das ist Esther, die gerade eine Akte von einer Patientin sortiert, die während des Einsatzes 6 OPs hatte :-))

Jetzt freue ich mich, bis ich kommende Woche Heim fliege und dann über Weihnachten und Silvester bei meinen Eltern sein werde!

Dienstag, 9. Dezember 2008

Abschiedsgrüsse aus Monrovia

Unser letztes Wochenende in Monrovia liegt hinter uns und es war prall gefüllt mit Abschiedsfesten.
Am Samstagmorgen waren wir im Kinderheim und hatten dort mit den Kindern eine sehr schöne Abschieds- und gleichzeitig Weihnachtsfeier. Da Pastor Andrew (der Leiter des Kinderheimes) nicht weiss, wann die einzelnen Kinder Geburtstag haben, gibt es einen Tag im Jahr, an dem der Geburtstag von allen 31 Kindern gefeiert wird. Das haben wir am Samstag dann auch gleich noch mitgefeiert - so war es ein Fest,das es in vieler Hinsicht "in sich hatte" :-)))
Hier ein paar Bilder:
Beim "stille Post" spielen :-)
Wir bastelten "Weihnachtsbälle" mit ihnen.

Es gab ein Festessen für alle,...


... und die Geschenke durften natürlich nicht fehlen! Die Mädels bekamen eine Stoffmaus und die Jungs Spielzeugautos. Sie haben sich sooo unglaublich gefreut!!


Zum Schluss wurden dann "Big Mama" (Ines, in der Mitte) und wir zwei "Little Mamas" (Jodi und ich) verabschiedet. Es war ein tränenreicher Abschied.



Die Stationen wurden am 5 Dezember geschlossen. Wir haben unsere letzten drei Patienten noch gut entlassen können, was bei einem kleinen Jungen nicht so einfach war. Er hatte eine OP, bei dem das Gehirn mitbetroffen war. Leider hatte er danach Probleme mit dem Liquorabfluss (Flüssigkeit im Gehirn),bekam erhöhte Hirndrücke und wir mussten ihm eine Entlastungssonde legen. Da wir hier kein adäquates Monitoring für Hirndruckpatienten haben, war es eine etwas schwierige Situation. Nachdem Dr. Gary dem Patienten einen VP-Shunt(spezielles Ventil,über die die Gehirnflüssigkeit abgeleitet wird) gelegt hatte, war es etwas besser. Doch leider entstanden Probleme mit dem Shunt , so dass der Kleine letzten Donnerstag nochmal in den OP musste . Jetzt ist er hier in einem Kinderkrankenhaus von "Ärzten ohne Grenzen" und wird in zwei Wochen nach Kenia geflogen, um dort von einem Kinder-Neurochirurgen weiterbehandelt zu werden.


Die letzen Tage stand putzen und alles "seefest" verpacken und verschnüren auf dem Progeamm. Da wir früher als geplant abfahren werden, mussten wir uns beeilen, um die Stationen fertig zu bekommen, denn die ganzen Zelte die am Dock standen (für Patientenaufnahme, Augenpatienten und Krankengymnastik) wurden zusammengepackt und lagern jetzt in den Stationen.

Bis vor einer Woche war noch so viel los am Dock, überall Zelte, ein paar Patienten kamen zu ihren letzten Checkups und auch alle Landrover standen in Reihe und Glied. Heute wurden die letzten Autos verladen und stehen jetzt auf Deck 8.
Nun sind wir fertig, die Hektik nimmt ab und die ganze Stimmung wird langsam gelöster :-)


In den kommenden Tagen werden wir hier ablegen. Der genaue Zeitpunkt wird nicht bekanntgeben, da wir enorme Probleme mit Afrikaner haben, die als "blinde Passagiere" mitfahren wollen. Letzte Woche kam es zu Aufständen im Gefängnis und über 200 Gefangenen gelang die Flucht. Die Stadt war für zwei Tage so gut wie abgeriegelt, sie konnten einige Häftlinge einfangen, aber viele sind auf dem Weg ins Ausland.

Wenn auf anderen Schiffen blinde Passagiere unterwegs entdeckt werden, "verschwinden" sie oft, da der Kapitän enorme Probleme bekommt, wenn er "illegale Einwanderer " an Bord hat. Da wir den Ruf haben, dass wir hilfsbereite Menschen sind, sind wir im Moment ein begehrtes Ziel . Wir haben jedenTag einige Afrikaner, die versuchen auf´s Schiff zu kommen. Seit gut einer Woche gibt es deshalb einen 24 h Swimmer-Watch: wir von der Crew schieben immer 2 h Schichten auf Beobachtunsgsposten und wenn wir Personen aufs Schiff zu schwimmen sehen,informieren wir den Duty Officier,der dann verhindern muss, dass die Afrikaner an Bord kommen.



So waren die letzten Tagen nicht langweilig, und wir freuen uns jetzt alle auf eine hoffentlich ruhige Überfahrt nach Teneriffa und ein paar erholsame Tage dort :-)

Freitag, 28. November 2008

Lifeboatdrill

In Vorbereitung für unsere Überfahrt nach Teneriffa Mitte Dezember sind die zweiwöchigen Firedrills in wöchentlich Lifeboatdrills umfunktioniert worden. Auch wenn wir alle hoffen, dass das Schiff nie evakuiert werden muss, kommt man ums Trainig nicht herum:wo finde ich eine Schwimmweste,wer muss sich wo und wann bei wem melden,... Bei unserem ersten Lifeboattraining heute hat einiges schon noch für etwas Verwirrung gesorgt,aber kommende Woche ist ja schon die nächste Übung, da klappt sicher alles viel besser :-)



Nachdem wir dann alle unsere Musterstation gefunden haben, war es genauso "unterhaltsam" wie die gewohnten Firedrills am Dock :-)

Abschiesbesuch der Präsidentin

Gestern war die liberianische Präsidentin zu Besuch auf dem Schiff, um sich für unseren Einsatz zu bedanken und uns offiziel zu verabschieden.
Da ich Spätschicht hatte, hab ich von dem Besuch "nur" die ganzen Sicherheitsvorkehrungen mitbekommen - das war sehr interessant :-) Ich glaube die Africa Mercy war während dieser Zeit der sicherste Platz der Welt!

So ist nicht zu ignorieren,dass der Abschiedscountdown in jeglicher Hinsicht voll am Laufen ist!

Mittwoch, 19. November 2008

Krieg oder Frieden?

Der Kommandeur der UNMIL (United Mission in Liberia) Leutnant General Abu Tayed Muhammed Zahirul Alam gab vor wenigen Tagen bekannt, dass einige der UN Truppen an die Grenze zur Elfenbeinküste verlegt wurden. Es gab in den letzten Wochen Gerüchte, dass Rebellen über die Grenze nach Liberia kommen und in diesen Gebieten für Unruhe sorgen. Nicht nur die Liberianer beunruhigen solche Berichte, denn der Krieg 1992 fing ebenso an. Damals kam Charles Taylor mit seinen Rebellengruppen von der Elfenbeinküste nach Liberia und zog durch das ganze Land in Richtung Hauptstadt Monrovia. Dieser Krieg kostete 250 000 Menschen das Leben. Charles Taylor steht momentan vor dem internationalen Gericht in Den Haag, aber es gibt immer noch einige Liberianer die ihn als Retter des Landes sehen und auf seine Rückkehr hoffen, so wie man es auf diesem Schild sieht, das Freunde von mir in einem Vorort von Monrovia fanden:Momentan ist noch nicht klar um was für Rebellengruppen es sich handelt, doch da die UN Truppen an die Grenze versetzt wurden, scheint es etwas ernstes zu sein.

Mittwoch, 12. November 2008

Endspurt

Unser Einsatz hier in Liberia neigt sich langsam dem Ende zu. In zwei Wochen werden die OPs geschlossen und bis in drei Wochen werden wir die Stationen leer haben. Zur Zeit werden nur noch kleine Operationen durchgeführt, bei denen kaum Komplikationen erwartet werden und die Patienten zügig entlassen werden können. Z.Bsp. haben wir viele kleine Kinder mit Lippenspalten, die geschlossen werden.

Es herrscht momentan eine Mischung aus Vorfreude auf den Weihnachtsurlaub, aber auch "Wehmut", weil das Einsatzende immer näher rückt.So planen wir nebenher gerade sehr viele Abschiedsparties. Zum einen von den einheimischen Übersetztern, zu denen sich durch die enge Zusammenarbeit viele Freunschaften entwickwelt haben und zum anderen innerhalb der Schiffscrew.Für sehr viele geht die Zeit hier vor der Überfahrt nach Teneriffa zu Ende, die Besatzung wird von derzeit 450 Personen auf ca. 200 reduziert.

Sonntag, 2. November 2008

Einkaufen in Monrovia

Heute morgen war ich mit einingen anderen Krankenschwestern zum Einkaufen in der Stadt unterwegs. Das ist immer interessant und spannend :-)
Nach dem Kriegsende vor vier Jahren versuchte die Regierung die Rebellen zu entwaffnen, in dem sie ihnen eine Schubkarre im Austausch zu ihren Waffen gab. Das Ergebnis ist nicht zu übersehen, in der Stadt wimmelt es nun nur so von Menschen, die mit Schubkarren unterwegs sind. Die Auswahl ist im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt, es gibt nichts, was man von diesen "fliegenden Händlern" nicht kaufen kann.Hier ein paar Bilder:

Die Schubkarren sind übrigends vielseitig verwendbar:sie dienen manchmal auch als bequemer Rastplatz, mitten auf einer Verkehrsinsel :-))

P.S. Unsere Wassersituation verbessert sich langsam. Seit drei Tagen bekommen wir - mit Unterbrechungen - frisches Wasser.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Wassermangel

Vor gut einer Woche hat uns der Kapitän zum ersten Mal informiert, dass es Schwierigkeiten mit der Wasserleitung gibt, die unser Schiff mit Wasser versorgt. Da es nicht so einfach ist diese Probleme zu beheben, ist unser Wasservorrat nun wirklich sehr knapp. So wurden unsere "Shipshowers" (zwei Min.) auf "Short Shipshowers" (eine Min.) reduziert, die Wäscherei wurde geschlossen, im Steri sind einige Maschinen nicht mehr in Betrieb, wir essen von Paptellern und trinken aus Papbechern, um Spühlwasser zu sparen.Wenn wir heute und morgen keinenWassernachschub erhalten (es wird versucht,Tanker zu organisieren die direkt Frischwasser zum Schiff bringen) ,müssen wir in der kommenden Woche Operationen absagen.

Samstag, 25. Oktober 2008

Deutsches Krankenhaus inmitten von Monrovia

Vor einigen Wochen lernte ich Margret kennen. Sie kommt aus Deutschland und hat vor über 30 Jahren einen liberianischen Arzt geheiratet. Zusammen haben sie hier in Monrovia ein Krankenhaus aufgebaut und betrieben. Leider wurde fast alles während des Krieges zerstört, und gegen Ende des Krieges starb Margrets Mann. Sie kehrte dann nach Deutschland zurück, und ist seit 2005 wieder in Liberia um die Klinik erneut aufzubauen.

Letzte Woche durfte ich dort für einen Tag hospitieren.
Es herrschte eine interessante Mischung aus "deutscher Ordnung" und "afrikanischem Chaos".
Die meisten Patienten werden ambulant behandel, aber es gibt auch eine Station mit 9 Betten ( für z.B schwere Malariafälle). Und sie haben einen Kreissaal (mit einem Entbindungstuhl aus dem Jahre 1960!).
Am Vormittag begleitete ich den Arzt, der mir sehr viel über all die Tropenkrankheiten, die es hier gibt, erklärt hat. Die meisten Patienten an diesem Morgen kamen mit Malaria.
Gegen Mittag kam dann eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind. Sie hat das Kind dort in der Klinik entbunden, aber da sie während der Schwangerschaft zweimal Malaria hatte, war das Kind total unterernährt und wog nur 1200g. Jetzt - 4 Wochen nach der Geburt - wog das kleine Mädchen nur 1400g! Dieses Kind wurde in ein Kinderkrankenhaus einer amerikan. Missionsgesellschft zur Weiterbehandlung überwiesen.
Am Spätnachmittag half ich ein paar Stunden im "Impfzimmer" mit. Die Regierung stellt kostenfreie Impfungen - und zu meinem erstaunen kamen auch sehr, sehr viele Afrikaner um sich impfen zu lassen. Das Wartezimmer war gestopft voll mit Menschen und wir versuchten sie der Reihe nach zu impfen, aber das war bei dem Gewusele irgendwie nicht möglich. Nach 2 h waren alle versorgt und es kehrte wieder Ruhe ein :-)

Es war eine total interessante Erfahrung und hat mir wieder einen kleinen Einblick mehr in das Leben der Menschen hier gegeben.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

australische Fieberbekämpfung

Das Arbeiten in einem internationalen Team wie hier auf der Africa Mercy ist äußerst interessant. Z.B habe ich gestern gelernt wie man in Australien das Fieber von Patienten bekämpft.
Eigentlich funktioniert es ganz einfach: man stellt einen Ventilator ans Ende vom Bett, spannt ein Bettlacken über den Ventilator und den Patienten, und bespritzt das Laken immer wieder mit kaltem Wasser.

Wir haben zur Zeit eine Patientin in der Intensiv, die eine sehr ausgeprägte Entzündung in ihrem Kiefer hat (ausgehend von einem entzündeten Zahn). Sie hatte, mit allen fiebersenkenden Medikamenten die wir hier haben, sehr hohes Fieber. Doch mit der "australischen Methode" schaffte es Sarah (eine Intensivkrankenschwester aus Australien) das Fieber von 41,2 auf 38,5 Grad zu senken.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Deutscher Nationalfeiertag in Liberia

Vermutlich habe ich den Tag der deutschen Einheit bisher noch nie so besonders erlebt wie jetzt im Ausland!
Der Start in den Tag war noch mit einem bisherigen Nationalfeiertag zu vergleichen, eine mehr oder weniger gewöhnliche Frühschicht.
Danach aber ging es zu einem Empfang der deutschen Botschafterin in die deutsche Botschaft in Monrovia. Neben einigen anderen Deutschen, die hier im Land arbeiten, war dort die "High Society" von den unterschiedlichsten Staatsvertretern aus verschiedenen Ländern bis hin zur liberianischen Präsidentin zu Gast. So kamen einige von uns sogar zu der Ehre, mit der Präsidentin kurz reden zu können und ich wurden von dem libanesischen Botschafter in ein Gespräch verwickelt.
Spät Abends kehrten wir mit sehr vielen Eindrücken dann wieder in "unser normales Leben" zurück.

Daniela und ich nach der Rückkehr aufs Schiff :-)

Donnerstag, 18. September 2008

Baby Mercy

Gerade habe ich Nachtwache und die Nächte hier sind meistens so ruhig, dass es sich nicht lohnt einen Blogeintrag darüber zu machen. Doch vor zwei Nächten passierte etwas, was man nicht alle Tage (bzw. Nächte:-)) erlebt:
Um 4:41 wurde die kleine Mercy, mitten auf der B-Station, umgeben von 20 anderen Patienten, geboren!


Mercys großer Bruder ist als Patient hier. Die Mutter klagte um 2 Uhr über Rückenschmerzen - wobei noch niemand an Wehen dachte. Später dann, als die "Rückenschmerzen" schlimmer wurden und es zum Blasensprung kam, war es total gut das wir eine Krankenschwester hier haben, die auch Hebamme ist! Die Geburt verlief völlig problemlos und der Kleinen geht es sehr gut! Mercy ist das erste Kind das auf der AFM geboren wurde. Sie ist nun eine "Malteserin", da das Schiff unter der Flagge von Malta fährt :-)

Montag, 15. September 2008

Alima - mein Französischlehrer

Könnt ihr Euch noch an Alima erinnern? Er ist der Patient aus Guinea, mit einem riesigen Tumor am Unterkiefer, der im Mai hier war. Er kam vor zwei Wochen für seine zweite OP zurück aufs Schiff. Diesesmal wurde ihm ein Stück Knochen von seiner Hüfte in den Unterkiefer gesetzt. Bis in 6 Monaten, wenn der Knochen richtig verwachsen ist, darf Alima endlich wieder normale, feste Nahrung essen, bisher war nur weiches Essen erlaubt.

(auf dem Bild rechts ist Alima, links ist Alijah, der nach einer Verbrennung so starke Kontrakturen (Versteifung von Gelenken aufgrund von Narbenbildung) an seinem Hals hatte, dass er seinen Kopf kaum bewegen konnte. Diese Kontrakturen wurden gelöst, und jetzt kann er seinen Kopf wieder beugen und drehen.)

Nächstes Jahr wird das Schiff nach Benin fahren und dort von Ende Januar bis Mitte Dezember einen Einsatz haben. Da Benin französischsprechend ist, lernen wir hier auf dem Schiff jetzt alle (mehr oder weniger) fleißig Französisch. In Guinea wird ja auch Französisch gesprochen - so dass Alima perfektes afrikanisches Französisch spricht - und er mir viele Wörter beibring :-) Es ist sehr praktisch und hilfreich so einen Privatlehrer zu haben!

Samstag, 6. September 2008

UN zieht ab

Schon vor einigen Monaten wurde offiziell bekannt gegeben, dass die UN ihre Truppen hier in Liberia nach und nach abziehen wollen. Jetzt scheinen sie diese Pläne in die Tat umzusetzen. Letzte Woche hat die M/V Kartuna hier neben uns am Dock angelegt, und bei einer 6 tägigen, 24 h-Atkion wurden über 60 Panzer und andere Mititärfahrzeuge verladen.
Im Gespräch mit den Liberianern wird sehr deutlich, dass viele Angst haben das es wieder zu Unruhen kommen wird wenn die "UN-Peacemaker" das Land verlassen haben. Vor allem wenn in 2 Jahren Neuwahlen für das Parlament anstehen.
Ob sich die junge Demokratie bis dahin schon so stabilisiert hat um erneute Unruhen zu überstehen ist sehr zweifelhaft.
Panzer in der Warteschlange vor unserem Dock
Panzer auf dem Weg zu M/V Kartuna

Und dort verschwanden sie im Bauch des Schiffes.

Sonntag, 24. August 2008

Regen, Regen, Regen,...

Jetzt im August ist die Regenzeit am intensivsten. Seit ungefähr Ende Juni hat es kontinuierlich durchgeregnet - so wie daheim im November, nur bei etwas angenehmeren Temperaturen so um die 20 °C. In den letzten zwei Wochen kam die Sonne immer mal wieder für ein paar Stunden raus, aber dafür regnete es dann oft an den darauffolgenden Tagen umso heftiger.
Der konstante Niederschlag zu Beginn der Regenzeit hat einigen Schaden angerichtet (viele Straßen sind zerstört, viele Schlaglöcher schwemmen mehr und mehr aus und werden immer größer,....) doch der anhaltende Platzregen zerstört noch viel mehr. Er setzt z.B ganze Straßen und Häuser komplett unter Wasser,...


... und an einem Strand (CeCe Beach), nicht weit vom Schiff entfernt, kam es zu einem Dammbruch und die ganze Strandanlage ist zerstört. Dort wo früher kleine Sonnendächer, Liegestühle und das Generatorenhaus standen, fließt jetzt ein breiter Fluss.

Doch Ende August sollte die Trockenzeit beginnen, und mit ihr die Aufräum-, und Reparaturarbeiten.

Dienstag, 19. August 2008

Dr. Steve und Dr. Steve

So langsam entspannt sich die Lage hier in Monrovia. Es kam zu keinen größeren Auseinandersetzungen mehr - und wir hoffen sehr, dass sich die Situation endgültig beruhigt.

Trotzt allem negativen Gerede über Mercyships, und manchen nicht so tollen Erlebnissen in den letzten Wochen, gibt es auch noch Schönes zu berichten:
Anfang der Woche besuchte uns eine ehmalige Patientin.Sie wurde letztes Jahr erfolgreich an einer VVF operiert. Kurz darauf wurde sie schwanger und hat jetzt einen gesunden Sohn zu Welt gebracht! Hier in Afrika ist der Wert einer Frau davon abhängig, wie viele Kinder sie bekommt. Mit einer VVF kann man nicht schwanger werden - also werden diese Frauen als nutzlos angesehen. Es ist ein riesiger Durchbruch wenn eine Patientin nach einer VVF-Op ein Kind bekommt, denn dann wird sie wieder in ihre Familie und Dorfgemeinschaft aufgenommen.
Zur Ehren von Dr. Steve (dem VVF-Chirurgen) hat die Mutter ihr Kind nach ihm benannt. Dabei hat sie aber nicht so ganz verstanden, dass "Doktor" kein Name sondern ein Titel ist. Jetzt heißt der kleine Kerl mit Vornamen "Dr. Steve " :-)

Freitag, 15. August 2008

Gegenwind

Vor gut drei Wochen fand man hier in Monrovia und der näheren Umgebung einige Leichen mit entnommenen Organen. Seitdem kursieren Gerüchte dass wir von Mercyships unseren Patienten Organe entnehmen, die Patienten dann sterben lassen und die Organe teuer nach Amerika verkaufen. Als die Gerüchte aufkamen gab es viele Pressekonferenzen usw. um klarzustellen, dass wir so was nicht tun. Und wir hofften alle das sich die Gemüter beruhigen und die Gerüchte sich nicht weiterverbreiten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Letzte Woche wurden mehrere von unseren Landrovern auf der Straße mit Steinen beworfen, und auch viele der Übersetzern (Liberianer, die hier auf dem Schiff arbeiten) bekommen Probleme von Freunden und Verwandten die fordern, dass sie nicht länger für so eine schlimme Organisation wie Mercyships arbeiten sollen. Wenn wir zu Fuß in die Stadt gehen werden uns böse Dinge nachgerufen und die Stimmung spannt sich mehr und mehr an.
Heute morgen kam der Gesundheistminister von Liberia zu Besuch auf die AFM, gab hier eine Pressekonferenz, und sagte nochmals ganz deutlich, dass die Regierung und die UN nicht an die Gerüchte glauben und dass die Liberianer uns vertrauen können. In den letzten 2 Wochen sind leider sehr viele Patienten nicht zu ihren OP-Terminen erschienen.
Vermutlich wurden die Organe von Menschen aus so genannten "Geheimbünden" entnommen. Hier in Liberia gibt es sehr viele solcher "Geheimbünde". Sie beten spezielle Götter oder sogar Satan direkt an. Zu ihren Ritualen gehört es auch Organe zu opfern. V.a. während des Krieges wurden auf diesem Gebiet schlimme Verbrechen begangen - und auch heute noch bestehen diese "Organopferungsrituale". Diesen Geheimbünden sind wir als christliche Organisation ein Dorn im Auge und sie versuchen uns - momentan leider recht erfolgreich - zu schaden. Letztendlich schaden sie ihrem Land und ihren eigenen Leuten am meisten, denn die vielen Patienten die jetzt nicht kommen, können nicht später operiert werden da unsere OP-Pläne alle ziemlich voll sind.
Es ist sehr schade wenn man so Gegenwind bekommt und die dringend benötigte Hilfe nicht angenommen wird!

Dienstag, 5. August 2008

VVF-Screening

In Europa ist das Risiko für Frauen an einer Geburt zu sterben (laut WHO) 1:30 000. Hier in Westafrika ist es 1:12!!! (d.h. dass geschätzte 585 000 Frauen pro Jahr in Folge einer Schwangerschaft sterben). Wenn die Frauen die Geburt überleben bekommt jede 30. Frau, aufgrund von Geburtkomplikationen, eine VVF (Vesico-Vaginal- Fistula, eine Fistel zwischen Blase und Vagina). In Afrika leben geschätzte 2 Millionen Frauen mit dieser Erkrankung, und jährlich kommen 100 000 neu Erkrankte dazu.

Die Fisteln entstehen durch einen zu langen Geburtsverlauf (die Frauen haben bis zu 10 Tagen Wehen!!!), die Kinder stecken fest und drücken mit ihrem Kopf auf das Gewebe der Blasenwand. Diese wird dann nicht mehr durchblutet, stirbt ab und es bleibt ein Loch zurück. Die Folge davon ist dass diese Frauen inkontinent sind. Viele Männer verlassen daraufhin ihre Frauen, viele Familien und Dorfgemeinschaften schließen dieses Frauen aus und sie leben dann für sich in einer Hütte irgendwo im Busch. Es ist ein unglaubliches Leben was diese Frauen führen - wenn man es überhaupt Leben nennen kann, denn oft ist es eher ein dahinvegetieren. Viele Frauen sind vollkommen unterernährt und viele haben überhaupt kein Zeitgefühl mehr, da sie einfach in den Tag hineinleben, jeder Tag wie der andere aussieht, und es für sie keine Unterbrechung dieser stumpfen Routine gibt.

Gestern hatten wir ein Screening am Dock für diese Frauen, denn in den kommenden 6 Wochen werden wir 2 VVF-Chirugen hier an Bord haben. D.h. wir haben alle Frauen mit einer VVF, die in den letzten Wochen zum Schiff kamen da sie hörten das wir ihnen helfen können gesagt, sie sollen am 5 August zum Schiff kommen. Die Chirurgen haben diese Frauen dann gestern untersucht und geschaut, ob sie sie operieren können denn diese Art von OP ist sehr schwierig und auch nicht immer erfolgreich (d.h. manche Frauen werden auch nach der OP noch intkontinent sein, die Erfolgsrate liegt zwischen 88 - 93%)).

Gestern lernte ich bei diesem Screening Sia kennen. Sie lebt jetzt schon seit ungefähr 30 (!!!!!) Jahren alleine im Busch und war in dieser ganzen Zeit nicht mehr in Stadt oder sonst unter Menschen. Sie getraute sich kaum aufzuschauen oder ein Wort zu sagen. Sie war ca. 11 Jahre alt als sie verheiratet und bald darauf schwanger wurde. Sie ist eine schmächtige und zierliche Frau. Als Teenager war sie zu klein um ein normal entwickeltes Kind zu entbinden. Ihre Familie hat dieses Problem schon vorhergesehen und so haben sie Sia extra wenig zu essen gegeben während der Schwangerschaft, weil sie dachten das dann das Kind kleiner wird! Als es dann zur Geburt kam war nicht nur das relative Missverhältnis zwischen Mutter und Kind ein Problem, sondern auch das Sia total unterernährt und viel zu schwach war um bei der Entbindung aktiv mit zu helfen. Sie hatte 5 Tage Wehen, bis sie dann schließlich einen toter Junge geboren, und sie seitdem eine VVF hat.
Sie bekam einen OP-Termin für Ende August, und ich hoffe sehr das sie zu diesem Termin kommen wird und wir ihr dann helfen können!

Dienstag, 29. Juli 2008

Happy 161. Independenceday Liberia!

Am Wochenende feierte Liberia seinen 161. Unabhängigkeitstag. Liberia wurde von freigelassenen Sklaven aus Amerika gegründet - deshalb spricht man hier englisch, und die Nationalflagge ist so ähnlich wie die amerikansiche Flagge. Viele Liberianer unterscheiden heute noch ob sie "amerikanische Liberianer" sind oder nicht. Unter anderem führte dieser Unterschied zu den vielen Kriegen, die es hier in der Vergangenheit gab.
Dieses Fest wird hier noch größer gefeiert als Weihnachten - so richtig mit Geschenke, gutem Essen,.... - und vor allem vielen Fussballspielen :-) Am Samstagmittag spielte halb Monrovia Fussball!Ich habe diesen Tag zuammen mit den Kindern von dem "Victorias Faith and Refugee Home" gefeiert. Dies ist das Kinderheim das ich jede Woche besuche um mit den Kindern zu spielen, basteln,biblische Geschichten zu erzählen,... Auf dem Bild seht ihr die Fussballmanschaft des Kinderheims die gegen Nachbarskinder spielten.
Außerdem haben wir den Kids Flaggen und was sie sonst noch wollten mit Gesichtsfarbe auf Arme und Gesicht gemalt (die Flagge,Blumen oder Sterne zu malen ging ja noch, aber als sie sich dann Löwen und Hunde wünschen wurde es echt schwierig :-))

Sonntag, 20. Juli 2008

Elizabeth

Heute will ich euch nochmal von einem unserer Patienten berichten - von Elizabeth. Sie hatte einen riesigen Tumor an ihrem Hals der auf die Trachea (Luftröhre) drückte. Sie konnte kaum mehr atmen und somit auch kaum mehr sprechen. Ohne eine OP wäre sie in den kommenden Tagen gestorben.

Am Freitag wurde sie operiert und es ist ein Wunder dass sie noch lebt.
Zum Einen hatte ihre Trachea nur noch den Durchmesser eines Strohhalmes, und es war nicht möglich sie zu intubieren oder zu tracheotomieren, so dass sie während der OP über einen Tubus beatmet wurde, der von der Seite in der Trachea lag. Nach dem Entfernen des Tumors bekam sie ein Trachesostoma, über dass wir sie jetzt beatmen können.
Zum Anderen blutete sie sehr, sehr viel und war zeitweise absolut instabil. Zum Glück haben viele von der Crew ihre Blutgruppe, so das wir ihr genügend Blut transfundieren konnten.
Während des Wochenendes hat sich Elizabeth zunehmend stabilisiert und wir sind alle total froh dass sie diesen Eingriff, trotz allen Schwierigkeiten, so gut übertanden hat!

Dienstag, 15. Juli 2008

Meine kleinen Patienten

Zur Zeit haben wir etwas weniger Patienten wie sonst, da nur 2 Chirurgen operieren. Doch die Patienten die hier sind, v.a. die Kinder, halten uns ganz schön auf Trab.
Zum Beispiel Alfred - unser "Stationsclown":Alfred ist jetzt schon seit fast 2 Monaten bei uns. Er war nach seiner Operation Anfang April schon mal zu hause, kam dann aber ein paar Wochen später zurück aufs Schiff mit einer infizierten Wunde. Hier ist es immer ein großes Risiko Patienten mit noch nicht komplett verheilten Wunden zu entlassen, denn die hygienischen Verhältnisse (v.a in den Dörfern) sind so katastrophal, dass es schnell zu Infektionen kommt. Doch anderseits haben wir meistens einen sehr straffen OP-Plan, so dass wir schauen müssen, dass wir für alle geplanten Zugänge ein freies Bett haben.
Aber Alfred geniest es hier zu sein und stellt, v.a. zusammen mit Angela, viel an.
Angela ist die Tochter einer Patientin und lebt mit hier auf Station, da es sonst niemand gibt der sich um sie kümmern könnte. Der dritte im Bunde ist "Darling Boy":Er hatte schlimme Verbrennungen und Kontrakturen an seiner Schulter und am Arm. Seine Mutter war zu Beginn seines Aufenthaltes an Bord mit hier, doch eines Mittags sagte sie, sie müsse in der Stadt was einkaufen gehen und würde abends wieder kommen. Dass ist jetzt 2 Wochen her und sie tauchte bisher nicht auf. Wir telefonieren täglich mehrmals mit dem Vater und bitten darum, dass jemand kommt und sich um Darling Boy kümmert. Denn für ihn ist es nicht so einfach hier alleine zu sein - auch wenn er in Alfred und Angela zwei guten Freunde gefunden hat und immer mit ihnen unterwegs ist.

Diese zwei Buben sind Zwillinge, Moses und Josua. Beide hatten vor 3 Wochen eine Hernienoperation (Leistenbruch). Ein Tag nach der Entlassung stand die Mutter mit ihren beiden Söhnen am Dock und erzählte, dass Moses die ganze Nacht lang gekrampft hatte.Und keine 10 Minuten später fing er wieder an zu krampfen - so dass wir sie schleunigst auf Station brachten und versorgten. Es stellte sich heraus, dass Moses eine cerebrale Malaria hat. Zwei Tage lang ging es ihm echt schlecht, er kramfte immer wieder, hatte extrem hohes Fieber,... doch in der Zwischenzeit geht es ihm wieder sehr gut - aber jetzt hat Josua Malaria (aber "nur" eine normale Malaria, es geht ihm nicht so schlecht wie seinem Bruder)! Zur Beobachtung behalten wie sie noch ein paar Tage hier bis es den beiden Kerlchen wieder richtig gut geht.
Wenn wir Krankenschwestern Zeit haben, gehen wir mit all den Kids zum Austoben und Spielen auf´s Dock, was sie besonders lieben - und wir auch :-)

Freitag, 4. Juli 2008

Arbeitsalltag

Wenn ich hier so arbeite mus ich manchmal über mich selber schmunzeln und über die Arbeit hier, die mir in der Zwischenzeit schon so normal erscheint. Z.B. die Ausdrucksweise. Monitore heißen hier "Alarmmaschinen", wenn es einem gut geht sagt man: "Body good", wenn es einem schlecht geht: "I´m trying", wenn man fragt wie stark die Schmerzen sind gibt´s entweder die Antowort: "plenty, plenty", oder "small, small".
Oder unser regelmäßiger "Toilet-Talk". Viele Menschen hier kennen keine Duschen oder Klos. Wenn sie hier aufgenommen werden gibts den "Toilet-Talk" bei dem ihnen die Badezimmer hier erklärt werden. Außerdem hängen noch Bilder zur Verdeutlichung und Erinnerung an den Wänden:
Auch in dem Kinderheim, in das ich regelmäßig gehe, hatten wir in den letzten Wochen einen "Toilet-Talk" denn das Bauteam vom Schiff hat ihnen drei Klohäuschen gebaut - und zur Einweihung gab´s den "Toilet-Talk". Dabei erklärten wir ihnen auch, wie wichtig es ist, sauberes Wasser und v.a. genügend zu trinken. Auf die Frage, wie denn der Urin aussehen sollte bekamen wir die Antwort eines Mädels: "wet" (nass) :-)

Freitag, 27. Juni 2008

"Freeport" - alles andere als "free"

Der Hafen hier in Monrovia heißt "Freeport", doch wenn man sich das Geschehen hier genauer anschaut hat man nicht den Eindruck, dass er seinem Namen alle Ehre macht.
In den letzten Wochen hatte ich immer mehr Kontakt zu Mitarbeitern von anderen Hilfsorganisationen, die auch hier in Monrovia arbeiten, und von ihnen bekam ich ein wenig mit wie viel Korruption hier an der Tagesordnung ist. Wenn sie einen Container von daheim bekommen steht er oft wochenlang hier im Hafen bevor er freigegeben wird (gegen entsprechende Bezahlung natürlich).
Wir von Mercyships haben es da etwas einfacher da die Container nur ein paar hundert Meter weit den Dock entlang transportiert werden müssen. Aber manchmal warten auch wir bis sie die Container liefern, doch es handelt sich bei uns nur um Tage und nicht um Wochen.


Hier auf dem Bild wird ein Container von dem holländischen Büro geliefert, in dem ein paar Päckchen aus Deutschland für mich drin sind :-) Spannend ist es immer wenn sie die Container Freitags liefern und erst am Montag auspacken,...



Samstag, 21. Juni 2008

Müll wegbringen...

... ist eigentlich eine normale, alltägliche Aufgabe. Hier kann sie zu einer 60 min. Aktion werden, so wie bei mir heute morgen.
Diese Woche bin ich dran mit Kabine putzen,... und als ich den Müll wegbringen wollte, begegnete ich einer Familie mit zwei kleinen Kindern. Das kleinere (ca. 5 jährige) Mädchen hat sich beim Spielen das Bein gebrochen. Die Eltern gingen mit ihrem Kind in eins der Krankenhäuser hier in Monrovia, doch der einzige Arzt dort konnte ihnen nicht helfen. Also sind sie zum "weißen Schiff" gekommen. Zur Zeit haben wir auch einen Unfallchirurgen hier, aber er wird nur noch für eine weitere Woche hier sein, und für diese Woche haben wir schon mehr als genug Patienten und auch schon eine Warteliste mit fast 50 Patienten. Mir blieb nichts anderes übrig als den Namen und die Telefonnummer der Familie aufzuschreiben und sie als Nr. 48 auf die Warteliste zu setzen.
Das ältere Mädchen hat sich vor ein paar Jahren den Arm gebrochen und bekam auch keine ärztliche Hilfe, seitdem kann sie den rechten Arm nicht mehr bewegen - jetzt haben die Eltern Angst dass ihrem kleineren Kind das selbe Schicksal mit dem Bein droht.
Wir haben stundenlang diskutiert und es war kaum möglich den Eltern zu erklären, dass wir nicht helfen können. Es ist nicht so einfach die Grenze von unserer Hilfe zu akzeptieren, wenn man die Verzweiflung und Enttäuschung in den Augen der Eltern und Kinder sieht.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Update Blessing

Blessing geht es recht gut und sie macht große Fortschritte. Sie hatte jetzt zwei Operationen in denen ihre Nase und die Haut zwischen Nase und Oberlippe rekonstruiert wurden. Nächste Woche wird sie eine weitere Operation haben, bei der sie neue Lippen bekommen wird.
Probleme hat sie noch mit ihrem Knie da die Entzündung nur sehr langsam besser wird. Da sie das Knie lange nicht bewegt hat, kann sie es nun nicht mehr ausstrecken. Seit 4 Tagen hat sie jetzt einen Gips mit dem wir versuchen das Bein wieder mehr zu strecken.