Es gab ein Festessen für alle,...
... und die Geschenke durften natürlich nicht fehlen! Die Mädels bekamen eine Stoffmaus und die Jungs Spielzeugautos. Sie haben sich sooo unglaublich gefreut!!
Zum Schluss wurden dann "Big Mama" (Ines, in der Mitte) und wir zwei "Little Mamas" (Jodi und ich) verabschiedet. Es war ein tränenreicher Abschied.
Die Stationen wurden am 5 Dezember geschlossen. Wir haben unsere letzten drei Patienten noch gut entlassen können, was bei einem kleinen Jungen nicht so einfach war. Er hatte eine OP, bei dem das Gehirn mitbetroffen war. Leider hatte er danach Probleme mit dem Liquorabfluss (Flüssigkeit im Gehirn),bekam erhöhte Hirndrücke und wir mussten ihm eine Entlastungssonde legen. Da wir hier kein adäquates Monitoring für Hirndruckpatienten haben, war es eine etwas schwierige Situation. Nachdem Dr. Gary dem Patienten einen VP-Shunt(spezielles Ventil,über die die Gehirnflüssigkeit abgeleitet wird) gelegt hatte, war es etwas besser. Doch leider entstanden Probleme mit dem Shunt , so dass der Kleine letzten Donnerstag nochmal in den OP musste . Jetzt ist er hier in einem Kinderkrankenhaus von "Ärzten ohne Grenzen" und wird in zwei Wochen nach Kenia geflogen, um dort von einem Kinder-Neurochirurgen weiterbehandelt zu werden.
Die letzen Tage stand putzen und alles "seefest" verpacken und verschnüren auf dem Progeamm. Da wir früher als geplant abfahren werden, mussten wir uns beeilen, um die Stationen fertig zu bekommen, denn die ganzen Zelte die am Dock standen (für Patientenaufnahme, Augenpatienten und Krankengymnastik) wurden zusammengepackt und lagern jetzt in den Stationen.
Nun sind wir fertig, die Hektik nimmt ab und die ganze Stimmung wird langsam gelöster :-)In den kommenden Tagen werden wir hier ablegen. Der genaue Zeitpunkt wird nicht bekanntgeben, da wir enorme Probleme mit Afrikaner haben, die als "blinde Passagiere" mitfahren wollen. Letzte Woche kam es zu Aufständen im Gefängnis und über 200 Gefangenen gelang die Flucht. Die Stadt war für zwei Tage so gut wie abgeriegelt, sie konnten einige Häftlinge einfangen, aber viele sind auf dem Weg ins Ausland.
Wenn auf anderen Schiffen blinde Passagiere unterwegs entdeckt werden, "verschwinden" sie oft, da der Kapitän enorme Probleme bekommt, wenn er "illegale Einwanderer " an Bord hat. Da wir den Ruf haben, dass wir hilfsbereite Menschen sind, sind wir im Moment ein begehrtes Ziel . Wir haben jedenTag einige Afrikaner, die versuchen auf´s Schiff zu kommen. Seit gut einer Woche gibt es deshalb einen 24 h Swimmer-Watch: wir von der Crew schieben immer 2 h Schichten auf Beobachtunsgsposten und wenn wir Personen aufs Schiff zu schwimmen sehen,informieren wir den Duty Officier,der dann verhindern muss, dass die Afrikaner an Bord kommen.

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