Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Sonntag, 20. Dezember 2009

Grüsse aus Teneriffa!

Seit einem Tag sind wir auf Teneriffa!!
Der Beginn der Überfahrt war ja wie berichtet traumhaft schön und für die komplette erste Woche konnten wir weiterhin geniale Sonnenauf-,und untergänge geniessen und sahen sehr viele Delphine.
Doch als wir Richtung Norden drehten, wurde die Fahrt sehr unruhig. So alle 10 Minuten schaukelte eine langsame, aber hohe Welle unser Schiff durch. Wir erreichten einen Neigungswinkel von 25 Grad (das Maximale, was unser Schiff aushält, sind 35 Grad). Mehrmals mussten wir unsern Kurs ändern bzw. anpassen, um den Wellen auszuweichen. Manchmal lag ich im Bett und dachte, dass ich jetzt gleich vollends ganz aus dem Bett rutsche, doch dann schaukelte es in die andere Richtung und ich lag wieder mehr oder weniger in der Mitte . Tja, viel geschlafen haben wir alle nicht während diesen Nächten :-). Auch beim Essen musste man immer Teller und Becher festhalten, sonst haben sie sich selbständig gemacht. Während den letzten zwei stürmichen Tagen sind wir auf Pappgeschirr umgestiegen, da so viel kaputt ging:-)
Obwohl wir vor der Abreise alles gesichert hatten, mussten wir v.a. nach der ersten unruhigen Nacht sehr viel aufräumen. Es hatte niemand mit so heftigen Wogen gerechnet.


Daher bin ich enorm froh, dass wir Teneriffa erreicht haben, denn nun kann ich wieder in Ruhe arbeiten, ohne dass mein Stuhl ständig von einer Büroecke in die andere rollt und in der Nacht keine Rundgänge durchs Krankenhaus mehr nötig sind, um zu kontrollieren, ob noch alles gesichert und am richtigen Platz ist:-).

Insgesamt war es trotzdem eine sehr schöne Zeit. Zusammen mit einigen anderen sass ich jeden Abend draussen am Deck, wir haben geredet und die gemeinsame Zeit genossen. Für fast alle von ihnen ist der Einsatz mit Mercy Ships nun zu Ende und sie werden nach Hause gehen. Wenn ich im Januar nach meinem Urlaub wieder zurück kommen werde, wird nur noch eine von ihnen hier sein. Es ist wieder mal Zeit um Abschied zu nehmen.

Hier auf dem Schiff gibt es die Tradition, dass alle Mitarbeiter, die länger als zwei Jahre dagewesen sind, bei unserem Community meeting verabschiedet werden. Da unser Hospital Manager zur Zeit im Urlaub ist und ich ihn vertrete, hatte ich die "Ehre", zwei von meinen Freundinnen öffentlich zu verabschieden. An diesen Part des Schiffslebens werde ich mich glaube ich nicht gewöhnen können.

Morgen werde ich nun nach Hause fliegen und ein paar Tage Urlaub machen. Darauf feue ich mich schon sehr :-)

Ich werde versuchen, so viele wie möglich zu besuchen, doch da ich nur für zwei Wochen kommen kann, werde ich es nicht schaffen, Euch alle zu sehen!
Ich wünsche Euch ruhige Weihnachtstage und Gottes Segen für 2010!


Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ein Herz für Kinder

Im September hatten wir hier auf dem Schiff Besuch von einem deutschen Filmteam. Sie (ver-)folgten uns für eine gute Woche und das Ergebnis ist ein 5 minütiger Film.
Dieser Film wird am kommenden Samstag (12 Dezember, 20:15) im ZDF in der der Sendung "Ein Herz für Kinder" mit Thomas Gottschalk gezeigt werden. Auch ein Chirurg und eine Anästhesistin, die währnd dieser Zeit hier waren, werden dort sein - also falls ihr Lust und Zeit habt schaut es Euch an :-)

Viel Spass!

wunderschöne Überfahrt!

Jetzt sind wir seit einem Tag unterwegs und bisher ist es eine sehr gemütliche Fahrt. Das Meer ist ruhig und das Schiff schaukelt kaum. Wenn man sich im Inneren des Schiffes befindet, merkt man gar nicht, dass wir fahren :-) So geht es uns allen echt gut und wir geniessen die Zeit, um uns auszupannen, die wunderschönen Sonnenauf-, und untergänge zu geniessen und auch, um ein wenig zu arbeiten :-)

Heute Abend habe ich mich mit drei Freundinnen zum Abendessen auf Deck 7 getroffen. Sobald wir es uns gemütlich gemacht hatten, bemerkten wir einen riesen Schwarm fliegender Fische auf der starboard side (rechts :-))! Wir sahen ihnen eine Weile zu und beschlossen dann, weiter zu essen. Nach 5 Min. kam eine Durchsage, dass auf der port side (links :-)) ein kleiner Tornado zu sehen wäre! Also haben wir uns auf die andere Seite des Schiffes begeben, und es war eindrücklich zu sehen, wie am Horizont ein kleiner Tornado vorbeizog, der dabei ordentlich Wasser aufwirbelte.






Als dieses Naturschauspiel vorbei war, gingen wir zurück zur starboard side und versuchten weiter zu essen, bis auf einmal 20 Delphine auftauchten! Es war wunderschön sie zu beobachten, wie sie neben dem Schiff und um die Spitze des Schiffes herumhüpften.


Leider fing es dann an zu regnen und wir mussten uns unters Dach zurückziehen. Doch da auf der anderen Seite des Schiffes noch die Sonne schien, gab es einen wunderschönen Regenbogen! Das war einfach genial: Sonnenuntergangsstimmung, ein Regenbogen und Delphine!

Und als ob das nicht schon genug wäre, tauchten noch vier Wale auf!!

Diesen Abend werde ich so schnell nicht vergessen, es war unglaublich eindrücklich und ein wunderschöner Start der Überfahrt!

Sonntag, 6. Dezember 2009

letzte Woche in Benin

Unsere Zeit in Benin ist nun endgültig vorbei. In wenigen Tagen werden wir hier ablegen und ich freue mich schon auf die zehntägige Überfahrt nach Teneriffa :-)


Die letzte Woche war geprägt von vielen Abschieden. So hatten wir z.B. eine große Abschiedsparty für unsere 54 Übersetzer. Durch die enge Zusammenarbeit mit ihnen fiel mir der Abschied von einigen echt schwer. Viele von ihnen sind nun wieder arbeitslos und es wird schwierig für sie, eine Arbeit zu finden. Es ist nicht einfach, sie in dieser aussichtslosen Situation zurück zu lassen.
Am Donnerstag morgen als ich in mein Büro kam, wartet ein nette Überraschung auf mich: einige Krankenschwestern hatten sich den Zentralschlüssel vom Chief Officer ausgeliehen und mein Büro komplett mit Luftballons und Klopapier "gschmückt" :-)Am Freitag war ich damit beschäftigt, mein Büro aufzuräumen, zu putzen und alles seefest zu verpacken :-) Da das Büro schon lange Zeit nicht ordentlich geschrubbt worden war, war es echt mal an der Zeit. Das Reinigungsmittel, das wir hier haben, um die Stationen und sonstige Räume zu putzen, ist sehr aggressiv - es ging mehrmals auf Grund von den Putzmitteldämpfen der Feuermelder los. So haben wir uns alle mit Mundschutz bewaffnet und mit viel Humor und Spass alles in einem absolut sauberen Zustand gebracht :-)