Seit einem Tag sind wir auf Teneriffa!!

Der Beginn der Überfahrt war ja wie berichtet traumhaft schön und für die komplette erste Woche konnten wir weiterhin geniale Sonnenauf-,und untergänge geniessen und sahen sehr viele Delphine.


Doch als wir Richtung Norden drehten, wurde die Fahrt sehr unruhig. So alle 10 Minuten schaukelte eine langsame, aber hohe Welle unser Schiff durch. Wir erreichten einen Neigungswinkel von 25 Grad (das Maximale, was unser Schiff aushält, sind 35 Grad). Mehrmals mussten wir unsern Kurs ändern bzw. anpassen, um den Wellen auszuweichen. Manchmal lag ich im Bett und dachte, dass ich jetzt gleich vollends ganz aus dem Bett rutsche, doch dann schaukelte es in die andere Richtung und ich lag wieder mehr oder weniger in der Mitte . Tja, viel geschlafen haben wir alle nicht während diesen Nächten :-). Auch beim Essen musste man immer Teller und Becher festhalten, sonst haben sie sich selbständig gemacht. Während den letzten zwei stürmichen Tagen sind wir auf Pappgeschirr umgestiegen, da so viel kaputt ging:-)
Obwohl wir vor der Abreise alles gesichert hatten, mussten wir v.a. nach der ersten unruhigen Nacht sehr viel aufräumen. Es hatte niemand mit so heftigen Wogen gerechnet.


Daher bin ich enorm froh, dass wir Teneriffa erreicht haben, denn nun kann ich wieder in Ruhe arbeiten, ohne dass mein Stuhl ständig von einer Büroecke in die andere rollt und in der Nacht keine Rundgänge durchs Krankenhaus mehr nötig sind, um zu kontrollieren, ob noch alles gesichert und am richtigen Platz ist:-).
Insgesamt war es trotzdem eine sehr schöne Zeit. Zusammen mit einigen anderen sass ich jeden Abend draussen am Deck, wir haben geredet und die gemeinsame Zeit genossen. Für fast alle von ihnen ist der Einsatz mit Mercy Ships nun zu Ende und sie werden nach Hause gehen. Wenn ich im Januar nach meinem Urlaub wieder zurück kommen werde, wird nur noch eine von ihnen hier sein. Es ist wieder mal Zeit um Abschied zu nehmen.
Hier auf dem Schiff gibt es die Tradition, dass alle Mitarbeiter, die länger als zwei Jahre dagewesen sind, bei unserem Community meeting verabschiedet werden. Da unser Hospital Manager zur Zeit im Urlaub ist und ich ihn vertrete, hatte ich die "Ehre", zwei von meinen Freundinnen öffentlich zu verabschieden. An diesen Part des Schiffslebens werde ich mich glaube ich nicht gewöhnen können.

Morgen werde ich nun nach Hause fliegen und ein paar Tage Urlaub machen. Darauf feue ich mich schon sehr :-)
Ich werde versuchen, so viele wie möglich zu besuchen, doch da ich nur für zwei Wochen kommen kann, werde ich es nicht schaffen, Euch alle zu sehen!
Ich wünsche Euch ruhige Weihnachtstage und Gottes Segen für 2010!