Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Samstag, 25. Oktober 2008

Deutsches Krankenhaus inmitten von Monrovia

Vor einigen Wochen lernte ich Margret kennen. Sie kommt aus Deutschland und hat vor über 30 Jahren einen liberianischen Arzt geheiratet. Zusammen haben sie hier in Monrovia ein Krankenhaus aufgebaut und betrieben. Leider wurde fast alles während des Krieges zerstört, und gegen Ende des Krieges starb Margrets Mann. Sie kehrte dann nach Deutschland zurück, und ist seit 2005 wieder in Liberia um die Klinik erneut aufzubauen.

Letzte Woche durfte ich dort für einen Tag hospitieren.
Es herrschte eine interessante Mischung aus "deutscher Ordnung" und "afrikanischem Chaos".
Die meisten Patienten werden ambulant behandel, aber es gibt auch eine Station mit 9 Betten ( für z.B schwere Malariafälle). Und sie haben einen Kreissaal (mit einem Entbindungstuhl aus dem Jahre 1960!).
Am Vormittag begleitete ich den Arzt, der mir sehr viel über all die Tropenkrankheiten, die es hier gibt, erklärt hat. Die meisten Patienten an diesem Morgen kamen mit Malaria.
Gegen Mittag kam dann eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind. Sie hat das Kind dort in der Klinik entbunden, aber da sie während der Schwangerschaft zweimal Malaria hatte, war das Kind total unterernährt und wog nur 1200g. Jetzt - 4 Wochen nach der Geburt - wog das kleine Mädchen nur 1400g! Dieses Kind wurde in ein Kinderkrankenhaus einer amerikan. Missionsgesellschft zur Weiterbehandlung überwiesen.
Am Spätnachmittag half ich ein paar Stunden im "Impfzimmer" mit. Die Regierung stellt kostenfreie Impfungen - und zu meinem erstaunen kamen auch sehr, sehr viele Afrikaner um sich impfen zu lassen. Das Wartezimmer war gestopft voll mit Menschen und wir versuchten sie der Reihe nach zu impfen, aber das war bei dem Gewusele irgendwie nicht möglich. Nach 2 h waren alle versorgt und es kehrte wieder Ruhe ein :-)

Es war eine total interessante Erfahrung und hat mir wieder einen kleinen Einblick mehr in das Leben der Menschen hier gegeben.

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