Vor drei Tagen wurden wir vom Medical Emergency Team zur Reception gerufen.Wir fanden einen bewusstlosen Afrikaner vor, der laut der Kollegin am Empfang, nachdem er Bananen ans Schiff geliefert hatte, plötzlich zusammengebrochen war.
Wir brachten ihn auf die Intensivstation und waren etwas ratlos: seine Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Atmung) waren alle normal, er war nicht kaltschweissig... Während wir alle um sein Bett standen und überlegten, was wir tun sollten, wachte der Patient schlagartig auf und erzählte uns, dass er einen Leistenbruch habe und ihm dieser Bruch auf einmal so stark weh getan hätte, dass er bewusstlos geworden wäre.Er würde jetzt ganz dringend eine Operation benötigen und da er ja jetzt schon auf dem Schiff und auf Station wäre, sei es doch sicher kein Problem für uns ,ihn kurz zu operieren.
Auch dieses Mal hiess es wieder, ihm zu erlären, dass der OP-Plan völlig ausgelastet ist und die Untersuchung ergeben hätte, dass es nicht notfallmässig behandelt werden muss.
Es überrascht mich immer wieder, was sich die Leute einfallen lassen, um Hilfe zu bekommen und es ist nicht einfach, immer wieder abzuweisen, abzuweisen, abzuweisen,... .Man darf die Personen nicht aus dem Blick verlieren,denen wir helfen konnten und aus dieser Perspektive auch dem Ende der Operationswochen entgegensehen.
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