Wie ihr sicher daheim aus den Nachrichten mitbekommen habt, steigen hier in Afrika die Reispreise unaufhaltsam. In den letzten Wochen werden die Auswirkungen davon immer deutlicher.Die WFP (United Nation World Food Proramme) zählt Liberia zu einem der 37 Länder, die aufgrund der steigenden Preise in eine Hungersnot geraten werden, wenn nicht sofort reagiert wird. Der Regierung wird empfohlen, dass sie die "Reissteuer" von 2 US Dollar pro 50kg Reissack aufheben soll. Ein solcher Sack Reis ernährt eine 7 köpfige Familie für einen halben Monat und kostet momentan 34 US Dollar - was ungefähr ein Monatsgehalt eines Arbeiters entspricht.
Viele Menschen ernähren sich nun mehr von Casava (eine Art Spinat) oder Potatoleaves (Blätter eine Kartoffelpflanze). Beides enthält jedoch kaum Nährstoffe - so dass die Zahl der unterernährten Menschen hier weiter zunehmen wird.
Pator Andresw, der Pastor der das Kinderheim betreut dass ich regelmäßig besuche, hat letztes Jahr an einem Agrarpojekt von MercyShips teilgenommen und er hat hinter seinem Haus einen kleinen Garten angelegt und versucht dort, recht erfolgreich, Salat usw. anzubauen. Es ist schön zu sehen, dass es Afrikaner gibt die ihr Situation erkennen, die verstehen dass sie selber aktiv werden müssen, die nicht nur auf Hilfe von anderen warten sondern selber etwas verändern. Dieser Garten ist in der jetzigen Zeit ein kleiner Schatz!
Ein weiteres Problem dass die Nahrungsmittelsituation hier in Monrovia verschlechtert ist ein neue Gesetz der Regierung was Taxis betrifft.
Hier ist es ja so üblich, dass in einem normalen Taxi zwei Leute vorne neben dem Fahrer sitzen und fünf hinten im Auto auf der Rückbank. Kaum jemand hat hier ein eigenes Auto und fast jeder ist auf diese Taxis angewiesen. Viele unserer Übesetzer, die hier auf dem Schiff arbeiten, stehen schon vor 5 Uhr morgens auf damit sie noch ein Taxi zu Hafen bekommen - wenn sie später dran sind und die "Rush-hour" begonnen hat, kann es sein dass sie über eine Stunde warten müssen, bis sie ein Taxi erwischen.
Dieses neue Gesetzt der Regierung besagt nun, dass es zu gefährlich ist wenn die Taxis derart überladen sind. Von nun an darf nur noch eine Person vorne neben dem Fahrer sitzen. Dass bedeutet, dass die eh schon geringen Kapazitäten des "öffentlichen Transportsystems" sich über Nacht um 16 % verringert hat, und der Kampf um einen Platz im Taxi noch schwieriger wird.
Aber das größte Problem daran ist, dass es nun für die Bauern vom Land enorm schwierig ist, mit einem Taxi in die Stadt zu kommen um hier ihre frischen Lebensmittel zu verkaufen!
Auch ein gutgemeintes neues Gesetz kann in die falsche Richtung ausschlagen.
(Apropos frische Lebensmittel: als wir neulich auf dem Markt waren und uns frische Eier angeboten wurden haben wir mal nachgefragt wie frisch die Eier sind und woher sie kommen. Der Verkäufer meinte total ernst: die Eier sind gestern frisch aus Indien eingetroffen!).

1 Kommentar:
Grüß Gott Esther.
Toll, dass wir über diesen blogger Infos von Dir bekommen können. Haben die Adresse von Deinen Eltern erhalten. Wir freuen uns über Deinen Einsatz und wünschen weiter viel Kraft und Gottes Segen für deine Aufgaben an Bord.
Herzliche Grüße aus der Heimat.
Siegfried & Susanne
PS
Bei uns ist zur Zeit super Wetter, schon eine ganze Woche Sonnenschein.
Für die Pfingstjugendtreffen war das natürlich ein besonderer Segen.
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