Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Leben und Arbeiten auf der Africa Mercy in Westafrika

Dienstag, 3. Juni 2008

afrikanischer Wochenendausflug

Zusammen mit zwei anderen Deutschen und einer Schweizerin war ich letztes Wochenende unterwegs im Landesinneren von Liberia. Da wir alle frei hatten und Emdy, ein Freund von uns, angeboten hatte uns etwas von seinem Land zu zeigen, haben wir beschlossen den Samstag und Sonntag "up-country" (im Landesinneren) zu verbringen.


In diesen zwei Tagen haben wir so viel erlebt, dass es mir vorkommt als ob ich eine Woche unterwegs gewesen wäre :-) Für die 8 stündige Fahrt brauchten wir 5 Autos, da alle früher oder später kaputt gingen, zwischendurch standen wir ohne Benzin im Urwald und der Taxifahrer war recht lange unterwegs um Benzin zu holen; mit einem anderen Taxi steckten wir in einer großen Pfütze fest und legten den weiteren Weg dann zu Fuß zurück - was eins vom Schönsten war an diesem Wochenende: einfach zu Fuß durch das wunderschöne Land zu laufen und die Natur zu genießen ohne den Stadt-, und Schiffslärm um einen rum:-) Emdy konnte unsere Freude nicht so ganz teilen. Er erklärte uns das Menschen, die was auf sich halten und Geld haben, mit dem Taxi fahren und nur die Armen zu Fuß laufen.
Bei solchen Ausflügen lernt man dieses Land erst wirklich ein wenig kennen. (Durch einen zweitätigen Ausflug ins Land kann man sicher kein Land kennen lernen, aber man bekommt doch so den einen oder anderen Eindruck von den Menschen und ihrem Leben hier.) Z.B "durften" wir ein traditionelles Essen (Fufu und Reis) probieren - es ist schon was anderes als Maultaschen - aber auch ganz gut :-)


Außerdem zeigte uns Emdy viele Orte die während des Krieges eine wichtige Rolle spielten. Z.B. besuchten wir das Haus von Charles Taylor (Rebellenanführer, der für den 14 jährigen Bürgerkrieg (mit-)verantwortlich ist) - es ist in der Zwischenzeit nur noch eine Ruine. Aber man kann erahnen was für eine Prachtvilla das noch vor ein paar Jahren gewesen sein musste.
Dieses Wochenende war - trotzt aller Aufregung und dem vielen Trubel - total erholsam und schön. Seit gestern arbeite ich wieder, und wenn mir jetzt ein Patient erzählt er kommt aus Phebe oder Gbanga (so heißen die Orte an denen wir waren) kann ich mir vorstellen woher er kommt und wie er dort lebt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Esther,
das hör sich ja total spannend an, was du da an diesem Wochenende erlebt hast. Ich lese deine Berichte hier immer sehr gern und fiebere dann meistens echt mit, mit den Patienten :)
Das Foto, auf dem ihr in der Pfütze steht und das Auto herausschiebt ist genial :)
Liebe Grüße aus deiner ehemaligen Wohnung Verena