Vor gut drei Wochen fand man hier in Monrovia und der näheren Umgebung einige Leichen mit entnommenen Organen. Seitdem kursieren Gerüchte dass wir von Mercyships unseren Patienten Organe entnehmen, die Patienten dann sterben lassen und die Organe teuer nach Amerika verkaufen. Als die Gerüchte aufkamen gab es viele Pressekonferenzen usw. um klarzustellen, dass wir so was nicht tun. Und wir hofften alle das sich die Gemüter beruhigen und die Gerüchte sich nicht weiterverbreiten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Letzte Woche wurden mehrere von unseren Landrovern auf der Straße mit Steinen beworfen, und auch viele der Übersetzern (Liberianer, die hier auf dem Schiff arbeiten) bekommen Probleme von Freunden und Verwandten die fordern, dass sie nicht länger für so eine schlimme Organisation wie Mercyships arbeiten sollen. Wenn wir zu Fuß in die Stadt gehen werden uns böse Dinge nachgerufen und die Stimmung spannt sich mehr und mehr an.
Heute morgen kam der Gesundheistminister von Liberia zu Besuch auf die AFM, gab hier eine Pressekonferenz, und sagte nochmals ganz deutlich, dass die Regierung und die UN nicht an die Gerüchte glauben und dass die Liberianer uns vertrauen können. In den letzten 2 Wochen sind leider sehr viele Patienten nicht zu ihren OP-Terminen erschienen.
Vermutlich wurden die Organe von Menschen aus so genannten "Geheimbünden" entnommen. Hier in Liberia gibt es sehr viele solcher "Geheimbünde". Sie beten spezielle Götter oder sogar Satan direkt an. Zu ihren Ritualen gehört es auch Organe zu opfern. V.a. während des Krieges wurden auf diesem Gebiet schlimme Verbrechen begangen - und auch heute noch bestehen diese "Organopferungsrituale". Diesen Geheimbünden sind wir als christliche Organisation ein Dorn im Auge und sie versuchen uns - momentan leider recht erfolgreich - zu schaden. Letztendlich schaden sie ihrem Land und ihren eigenen Leuten am meisten, denn die vielen Patienten die jetzt nicht kommen, können nicht später operiert werden da unsere OP-Pläne alle ziemlich voll sind.
Es ist sehr schade wenn man so Gegenwind bekommt und die dringend benötigte Hilfe nicht angenommen wird!
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1 Kommentar:
Liebe Esther,
paß auf Dich auf.
Viel Kraft für Deinen Schutzengel!
Wünscht Dir Tina ( 3.A)
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